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29. November 2019

Real Sunday

Ein ganz persönlicher Gedanke zwischen Black Friday, Cyber Monday und der Zeit dazwischen, formerly known as „erster Advent“

Liebe Leser,

Er passt da irgendwie nicht hin, der erste Advent. Zwischen Black Friday und Cyber Monday wirkt er wie aus der Zeit gefallen, sprachlich wie inhaltlich. Zwischen Konsum und noch mehr Konsum (den Friday for Future schieben wir einmal kurz beiseite, der stört hier nur) sollen wir uns vorbereiten auf die Ankunft des Herrn, die Geburt Christi. Doch ich fühle mich längst (gut?) vorbereitet: der Weihnachtsmarkt in der Stadt hat seit mehr als einer Woche geöffnet, die kitschige Deko hängt schon deutlich länger rum, aus den Lautsprechern in der Fußgängerzone tönt bereits (kein Witz) „Thank God it’s Christmas“, als hätte jemand versehentlich auf den falschen Knopf der Zeitmaschine gedrückt und mehrere Wochen übersprungen. Was braucht es noch, um „in Stimmung zu kommen“... vielleicht „Last…“ oder für Ältere „White Christmas…“ und einen gottlob verkaufsoffenen 1. Adventssonntag, pardon 2. Sonntag der „Winterlights“-Zeit, wie das heute heißt (und einen 3., 4. und 5. gibt es ebenfalls).

Kurzer Bruch und kleiner Stimmungskiller: An diesem Sonntag heißt es bei Matthäus „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr komm.“

Wenn ich so um mich herumschaue, beschleicht mich das Gefühl, er ist längst da (und vielleicht schon wieder weg). Eigentlich ist die Adventszeit schon vorbei, denke ich mir, wer spätestens seit „Mantelsonndeg“ und (Happy) Halloween angekündigt wird, müsste doch Ende November bereits da sein, so lange kann und will doch in Zeiten von E-Commerce und Lifestyle-Shopping-Center niemand mehr warten. Und überhaupt, wieso warten, wenn es alles jetzt, gleich, sofort gibt - oder lieferbar ist. Aber, wer kurz innehält, merkt, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht immer jetzt, gleich, sofort verfügbar sind (Gesundheit, Liebe, Zufriedenheit, Friede…), es braucht Zeit, es braucht Vorbereitung, es braucht Ruhe. Und die sollten wir uns auch nicht nehmen lassen.

Stellen wir Black Friday und Cybermonday doch den „Real Sunday“ gegenüber, den wahren Sonntag, den Tag des Herrn, wie an jedem Sonntag im Jahr so noch mehr in dieser Adventszeit. Lassen wir uns nicht blenden, nicht unnötig mitreißen… sondern einfach mal warten und uns dem hoch getakteten Kommerzhype, der uns Wohlbefinden suggerieren will, weitestgehend entziehen, denn spätestens am kommenden Dienstag merken wir, dass wir den größten Teil der vermeintlichen Schnäppchen gar nicht brauchen. Was wir aber brauchen, ist Hoffnung, Zuversicht und den Glauben, an den wahren Erlöser, der für uns Mensch geworden ist und dessen Menschwerdung wir in der Heiligen Nacht wieder feiern dürfen.

In diesem Sinne, seien wir wachsam und bereiten wir uns vor, denn wir wissen nicht, an welchem Tag unser Herr kommen wird…

 
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