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26. Juli 2019

„Hal iwwer is dein mächtig Hand!“

Bildchenswoche 2019 in Vianden

In allen Lebenslagen wandten und wenden sich die Menschen an Maria, sei es während Naturkatastrophen, bei Krankheiten oder in jeder anderen schwierigen Lebenslage. Maria ist für die Gläubigen Trost und Ansporn im täglichen Leben.

Zeichen der Dankbarkeit und des Glaubens sind die oft selbstgemalten Votivtafeln, die an den Wänden vieler Wallfahrtskirchen hängen.

„PROFER LUMEN CAECIS, MALA NOSTRA PELLE“

„Mach die Blinden sehend, allem Übel wehre!“ lautet die, an die Muttergottes gerichtete Botschaft auf dem Schieferstein über der Eingangstür der schlichten Bildchenskapelle in Vianden.

Besser könnte man die mütterlichen Attribute Mariens: Fürsorge, Solidarität und Verständnis nicht ausdrücken.

Maria, eine Frau und Mutter, eine einfache Frau, die im Vertrauen auf Gottes Beistand ihren Dienst als Mutter geleistet hat und viel Leid erleben musste.

Die Verehrung Maria’s wird u.a. sichtbar in unzähligen Marienwallfahrtsorten, zu denen mehr oder weniger Pilger von Nah und Fern regelmäßig pilgern. Ein geläufiger Spruch sagt: „Maria hat viele Gesichter, jedoch nur ein Mutterherz“, das für alle da ist, egal welcher Hautfarbe jemand hat, aus welchem Volk der Bittende stammt.

Die Bildchenskapelle von Vianden ist ein solcher Wallfahrtsort, zu dem Jahr für Jahr Generationen und aber Generationen, individuell oder prozessionsweise, zum Gnadenbild pilgern:

“...Nicht vergebens pilgern viele zu dem Bild in bangen Stunden, wo voreinsten Yolanda ihres Sehnens Ziel gefunden.“ heißt es im Gedicht von Ferd Heidemeyer (Quelle: Viandener Geschichtsfreunde). über Yolanda und das Gnadenbildchen.

Das Gedicht bezieht die Legende vom Muttergottesbild, das ein Dienstmann ihres Vaters aus dem Heiligen Land mitgebracht haben soll, auf das Gnadenbildchen der Muttergottes vom Bildchen.

Fakt ist, dass 1848 am Ort namens ‚Läächen‘, hoch über dem heutigen Stausee, der Grundstein der Kapelle gelegt wurde. Auf dem ursprünglichen Altar der Schlosskapelle thront das Gnadenbild.

Die 35 cm große Marienstatue aus Lindenholz (sie trägt Krone und Zepter, das Jesuskind Krone und Weltkugel), an der man Merkmale des Barock erkennen kann, lässt auf das 17.Jh schließen, als aus Anlass der Erwählung Marias zur Schutzpatronin des Landes die Marienverehrung im Herzogtum einen ungeheuren Aufschwung erhielt (Pierre Bassing).

Einmal im Jahr, und zwar am Sonntag vor dem 15. August, dem Fest von Mariä Himmelfahrt, verlässt das Gnadenbild die Kapelle und wird von der lokalen Sektion der Fraen a Mammen in einer Prozession zur Trinitarierkirche gebracht.

Während der folgenden Bildchenswoche haben die Gläubigen die Gelegenheit, an den täglich gefeierten Messen und Rosenkranzgebeten vor dem Gnadenbild, teilzunehmen. Viele von ihnen möchten sich bedanken, andere ihre Trauer zum Ausdruck bringen oder für persönliche Anliegen beten, sei es für die Familie, die Kinder, die Enkelkinder. Als ‚Heil der Kranken‘ spendet die Muttergottes vom Bildchen besonderen Trost allen Kranken und Bedrückten, besonders anlässlich der Messfeier für Kranke und Betagte.

Den Abschluss der Bildchensoktave bildet am Sonntag darauf, in diesem Jahr am 18. August, ein feierliches Pontifikalamt sowie die am frühen Nachmittag stattfindende Rouki-Prozession. Sowohl der Gottesdienst als auch die Prozession stehen in diesem Jahr unter dem Vorsitz des frisch ernannten Weihbischofs Mgr Leo Wagener, der sich übrigens seit seiner Kindheit an der Prozession beteiligt.

Der Name ‚Roukiprëssessiunn‘ deutet auf den hl. Rochus hin, der am 16. August, am Tage nach Mariä Himmelfahrt gefeiert wird. Der hl. Rochus, ein Pestheiliger, verpflegte die Pestkranken und erkrankte selbst. Um niemanden anzustecken, flüchtete er in die Wildnis, wo sein Hund ihm Nahrung brachte. 1327 starb er im Gefängnis, nachdem er nach seiner Genesung als Spion verhaftet wurde. Die Viandener Überlebenden der Pestepidemie errichteten 1633, als Dank für ihre Rettung, in der Gersbach, eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Sebastianus und Rochus. Im Jahre 1770 wurde diese Pestkapelle durch die Neukirche (Rochuskirche) ersetzt.

Bis 1848 führte jährlich, am 16. August, eine Prozession zur Neukirche.

1848, als die Bildchenskapelle erbaut worden war, erlaubte der Bischof alljährlich am Sonntag, innerhalb der Mariä Himmelfahrt-Oktave, eine feierliche Prozession zum Bildchen. Fortan ging die Roukiprezession nicht mehr zur Neukirche sondern zum Bildchen. Die Statue des Hl. Rochus wurde jedoch mitgeführt.

1875 verbot Bischof Adames die Prozession, da nach der Prozession, zur Kirmes, Tanzmusik gespielt wurde. Als Protest organisierte der Handwerkerverein kurzerhand eine Bürgerprozession mit der Fahne des Handwerkervereins an der Spitze. 2000 Personen nahmen daran teil. Nachdem Bürgermeister Hess die Garantie lieferte, dass keine Tanzmusik mehr gespielt würde, hob der Bischof, (aber erst 1877) das Verbot auf.

Seit 142 Jahren pilgern die Gläubigen aus Vianden und den umliegenden Dörfern wieder mit der Roukiprozession zum Bildchen.

Musikalisch umrahmt von der Veiner Stadmusik, der Chorale Trinitaire, in Anwesenheit vom Klerus, den Messdienern sowie zahlreichen Gläubigen der Pfarrei Parc Our St. Nicolas, setzt sich um 14.15 Uhr die Schlussprozession in Richtung Bildchenskapelle in Bewegung. Dem ‚Himmel‘ unter dem die Geistlichen abwechselnd das Allerheiligste tragen, folgt die Statue des Hl. Rochus, getragen von den Männern der Pfarrei sowie das Gnadenbild, geschultert von der lokalen Sektion der ‚Fraen a Mammen.

Die beiden ersten Segen werden beim Justizkreuz sowie beim Kruzifix oberhalb der Jugendherberge erteilt, Denkmäler, die mit viel Liebe von den anliegenden portugiesischen und luxemburgischen Einwohnern floral geschmückt sind.

Entlang der Lourdes-Grotte begibt sich die Prozession zur ‚Fatima‘ Gedenkstätte, wo ein dritter Segen erteilt wird.. An der Muttergottesstatue auf dem ‚Hiddelbour‘, dem Napoleonsgäertchen, dem Kletterpark und dem Herrgottsgäertchen entlang, geht es bei der ‚Immaculata‘ an der Wasserstelle abwärts entlang den Bildstöcken der ‚Sieben Schmerzen Mariens‘ zur Bildchenkapelle mit Erteilung des Segens vor der Kapelle.

Zurück in der Trinitarierkirche findet die Bildchensoktave ihren Abschluss mit einer feierlichen Andacht in der Trinitarierkirche, wo Mgr Léo Wagener den sakramentalen Schlusssegen erteilt.

Anschließend laden Kirchenrat und Pastoralrat zum Empfang im Kreuzgang ein.

De Programm vun der Bildchensoktave zu Veinen

Sonndig, den 11.08.19
14.15 Auer: béim Schlooss: Uafanksprëssëssiunn béi d’Bildchenskapeel mat Iwwerdroung vuam Gnodebild an d’Trinitarierkierch,
uaschléissend: Muttergottesandacht

Meendig, de 12.08.19
18.30 Auer: Trinitarierkierch: Rusekranz mat besonnischem Gebät fir all kriibskrank Leit an hir Familljen
Pilgermass gesunge vuan der Chorale Sängerbond vua Furen, Priediger: Abbé Patrick Hubert

Dënsdig, de 13.08.19
18.30 Auer: Trinitarierkierch: Rusekrank mat besonnischem Gebät fir all alkohol- an drogekrank Leit an hir Familljen
Pilgermass gesunge vuan der Chorale vua Stolzebuerg, Priediger: Abbé Michel Meyer

Mëttwoch, de 14.08.19
15.00 Auer: Trinitarierkierch: Wallfahrt vuan den eelere Leit mat Feier vuan der Krankesalbung, Priediger: Abbé Théophile Walin

Donnischdig, de 15.08.19
10.30 Auer: Trinitarierkierch: Humass gesunge vuan der Chorale Trinitaire

Freidig, den 16.08.19
18.30 Auer: Trinitarierkierch: Rusekranz mat besonnischem Gebät fir all Mënsche mat Depressiunnen an anere psychische Krankhäten
Pilgermass, gesunge vuan de Chorale vua Baastenduerf a Branebuerg, Priediger: Diakon Jürgen Kusch

Sonndig, den 20.08.19
10.30 Auer: Trinitarierkierch: Festmass mat Priedigt vuam ernannte Weibëschof Leo Wagner
fir all Wohltäter vuan der Bildchenskapeel, Ofer fir d’Restauratiunn vuan der Kapeel
14.15 Auer: Sakramentsprëssessioun op d’Bildchen an zréck Schlussseegen
Uaschléissend Receptiun am Kréizgang offriert vuam Kierchen- a Pastoralrot.

Gaby Heger

 
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