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13. Mai 2019

Vernetzung, Zusammengehörigkeit, Multikulturalität, Solidarität

ACFL Sektion Yolande Vianden unterstützt Studienprojekt in Nordthailand

„Morgen wird es euch nicht mehr geben! Bestenfalls, wenn überhaupt, werdet ihr eine marginale und bedeutungslose kleine Schar sein!“.

Solche Aussagen oder ähnliche hört man öfters, wenn man von den ‚Fraen a Mammen‘ spricht. Nicht wenige denken wohl: „So ist es. Der Verein hat keine Zukunft, ist ein Auslaufmodell. Ähnlich der christlichen Kirchen in Europa. Der moderne Bürger, die zeitgenössische Bürgerin braucht sie nicht mehr. Die Kirchengemeinden sind alt und müde geworden. Bald werden auch die von den Alten, nur noch schlecht besetzten Kirchenbänke, gänzlich geleert sein und niemand rückt nach. Die jungen Leute fehlen. Was bleibt ist eine überalterte und gesellschaftliche, belanglose Minderheit“.

Auslaufmodell! …. Signalisiert das Wort ‚Auslaufmodell‘ sprachlich wirklich das Ende eines Anliegens, einer Idee, einer Bewegung? Oder deutet Modell nicht vielmehr darauf hin, dass die Art, wie das Anliegen realisiert ist, überholt ist? Der technische Fortschritt macht Modelle, die einst „Einlaufmodelle“ waren, zu „Auslaufmodellen“. Sie sind nicht mehr auf dem letzten Stand. Das, worum es geht, kann mit einem neuen, weiterentwickelten Modell besser erreicht werden.

Die Kritiker meinen jedoch etwas anderes. Sie sind der festen Überzeugung, dass das Modell ‚Vereinsleben der Fraen a Mammen‘ respektiv ‚Kirche‘ kein Nachfolgemodell mehr haben wird.

Besuchen wir den Hafen von Brest. Ein Schiff liegt auf dem Trockendock zur Reparatur. Dann kommt der Tag, an dem das Schiff ins Wasser gelassen wird. Es kann Fahrt aufnehmen und läuft aus, aus dem Hafen. „Auslaufen“ hat jetzt eine ganz andere Bedeutung:

„Neue Strukturen verlangen neue Antworten“, lautete der Formation- und Reflexion Vortrag von Dr. Regina Postner. Zukunftsvorschläge der Theologin beinhalteten diverse Themen: Zusammenarbeit unter den Sektionen, Generationen, Kulturen und sozialen Schichten, soziales und solidarisches Engagement in der Gesellschaft, aktives Einbringen bei den Katechesen, Organisation von Reisen und Ausflügen respektiv Gesellschaftsabenden.

Als ‚Multikultitruppe‘ kann sich die ACFL Sektion Vianden nicht als Auslaufmodell bzw. über mangelndes Interesse beklagen, gehören dem Komitee eine Portugiesin, eine Polin und demnächst eine Irakerin an, in den Altersklassen von 43 bis 70 Jahre. Die Stimmung im Verein ist sehr gut. Die abwechslungsreichen Aktivitäten fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Erträge, die erzielt werden, kommen gemeinnützigen Organisationen zugute. So wurden in den letzten 4 Jahren mehr als 30.000 Euros gespendet. Nutznießer dieser Spenden waren Minderbedürftige, sei es Leute, die ihr Hab und Gut durch Naturkatastrophen, Hungersnot oder Krieg verloren haben, sei es Menschen, die an einer seltenen Krankheit leiden, sei es die Mitfinanzierung von Assistenzhunden, sei es die Unterstützung der Flüchtlingshilfe, sei es Finanzierung der Schulausbildung für Kinder und Jugendliche.

In Richtung ‚Schulausbildung‘ ging die Schecküberreichung am Palmsonntag, anlässlich des traditionellen Basars. Gespendet wurde für die ‚Xavier Learning Community‘ in Chiang Rai am Goldenen Dreieck. Fakt ist, dass vom Wirtschaftswachstum in Thailand und den damit verbundenen Chancen auf Entwicklung ein großer Teil der Bevölkerung ausgeschlossen bleibt. Besonders die ethnischen Minderheiten, die in den unterentwickelsten Regionen Thailands leben, sind benachteiligt und leben unter erschwerten Bedingungen. Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt es an ausreichender Versorgung, Schutz und Bildungsmöglichkeiten. Ohne Perspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten besteht für sie, vor allem für die jungen Frauen, ein hohes Risiko, später in wirtschaftliche Not und Abhängigkeit zu geraten.

Dank des, größtenteils von Spenden finanzierten XLC, konnten im vergangenen Jahr 44 junge Leute, die meisten von ihnen aus ethnischen Minoritäten, oft Außenseiter-Kinder, die weder eine Geburtsurkunde, noch einen Ausweis, ja oft nicht einmal einen offiziellen Namen oder genaues Geburtsdatum haben, für die Studienfächer Eco-Tourism, Hospitality Management, English for Business Management sowie Englilsches Studium aufgenommen werden. Voraussichtlich wird sich die Zahl bis 2020 auf 160 Studenten erhöhen.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich nahm dankend die zwei Schecks in Höhe von 2.500 Euros (Erlös des Basars 2018) sowie 350 Euros (Privatspenden einzelner Vorstandsmitglieder) entgegen. Als großer Freund und Unterstützer der nordthailändischen Minoritäten, organisiert er im August dieses Jahres bereits die 3. Jugendpilgerfahrt in die armseligen Bergdörfer Nordthailands, wo die größte Gemeinschaft der ethnischen Minoritäten, die Karen, leben. Die jungen Luxemburger sollen für kurze Zeit das einfache Leben der, ach so gastfreundlichen Karen teilen, in wackligen Bambushäuschen, oft ohne Elektrisch oder fliessendes Wasser übernachten, ihre Hilfe beim Bau einer Kirche, einer Schule oder einer Kapelle einbringen und die Erfahrung machen, dass man mit Wenigem und im engen Einklang mit der Natur, glücklich leben kann. Gemäss der Umweltenzyklika ‚Laudato Si‘ und der Sorge um das gemeinsame Haus, geht der Appell an die Jugendlichen ihren Lebensstil zu überdenken und in Gemeinschaft ein verantwortungsvolles Handeln zu entwickeln.

Gaby Heger

 
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