lb fr pt en de
 
15. Mai 2019

Macht und Kirche - Impulse aus biblischer Sicht

Neue Ausgabe von „Bibel und Kirche“ erschienen

Die kirchliche Besinnung auf Macht und Herrschaft im Sinne Jesu dulde keinen Aufschub mehr, schreibt der Tübinger Neutestamentler und Vorsitzende des Katholischen Bibelwerks e.V., Professor Dr. Michael Theobald, in der neuesten Ausgabe von Bibel und Kirche, der Mitgliederzeitschrift des Bibelwerks. Er selbst hat den Zusammenhang von Apostel-Nachfolge und Macht untersucht sowie die Frage, ob die apostolische Tradition nur von Männern bewahrt werden könne. Dabei kommt Theobald zu dem klaren Ergebnis: Nein!

Theobald zeichnet ein differenziertes Bild des Begriffs „Apostel“ in den verschiedenen neutestamentlichen Schriften und seiner theologischen Verwendung. Er geht auf die Frage der Leitung der Gemeinden und auf die Rolle der Frauen für den AuVau der Kirche ein. Auch das Lehrverbot und die Begrenzung weiblicher Kompetenz auf das Haus in den Pastoralbriefen kommen zur Sprache. Die Absicht dieser Briefe sei es, so Theobald, „die Gemeinden in der Gesellschaft zu beheimaten“. Nicht die Tradierung jenes antiken Gesellschaftsbildes, in dem die Frauen z.B. kein Zeugenrecht hatten, sondern das "Konzept
einer Inkulturation der Kirche" sei die bleibende theologische Bedeutung der Pastoralbriefe. Biblisch spreche alles, so Theobald abschließend, für das Priesteramt von Männern und Frauen.

Burkhard Hose, Hochschulpfarrer und Diözesanleiter des Bibelwerks in Würzburg, skizziert in seinem Beitrag „ein positives jesuanisches Konzept von Macht“. Schritte dahin begründet er aus dem Neuen Testament, konkret aus dem Markusevangelium, dem Galater- und dem Philipperbrief. Nur Macht in Beziehung zu den Menschen schafft Autorität; benachteiligte Menschen werden durch die Taufe ermächtigt; die Umkehrung der Machtverhältnisse geschieht durch Machtverzicht. „Die Möglichkeit, auf Macht zu verzichten, damit andere Menschen größer werden“, sieht Hose als Maßstab von Christlichkeit und als christliches Alternativmodell zur Machtverteilung in der Gesellschaft.

Als Politologin beobachtet Dr. Christiane Florin, Redakteurin beim Deutschlandfunk, wie die Frauenfrage in der katholischen Kirche zur Machtfrage geworden ist, in der es nicht mehr um den Austausch von Argumenten gehe: „Die Tür ist zu“, laute die stets wiederholte Antwort auf die Frage nach dem kirchlichen Amt für Frauen. „Das Bild der Tür wird in der katholischen Kirche verräterisch oft strapaziert“, konstatiert sie. Hochrangige Kleriker verhielten sich wie Türsteher in einer Diskothek: „Türsteherposten sind Machtposten“.

Fünf weiter Beiträge im aktuellen Heft Bibel und Kirche behandeln das Thema „Macht und Kirche“ mit weiteren biblischen Vertiefungen und aktuellen Bestandsaufnahmen aus Deutschland und dem Mittleren Osten sowie einem „Zwischenruf“ aus Kloster Einsiedeln.


Bezugshinweis: „Macht und Kirche“, Bibel und Kirche 2/2019, 64 Seiten, € 7,90, ISBN 978 3 944766 78 2. Die Zeitschrift kann im Abonnement und einzeln, über den Buchhandel oder direkt bezogen werden bei:
Katholisches Bibelwerk e.V.
Postfach 150 365
D-70076 Stuttgart
E-Mail: bibelinfo bibelwerk.de
Tel. +49-(0)711 619 20 - 50
www.bibelwerk.de

 
Ä e r z b i s t u m    L ë t z e b u e r g   .   A r c h e v ê c h é   d e   L u x e m b o u r g    .   
YouTube
SoundCloud
Twitter
Instagram
Facebook
WhatsApp 352 691 12 97 76
Service Kommunikatioun a Press . Service Communication et Presse
Äerzbistum Lëtzebuerg . Archevêché de Luxembourg

© Verschidde Rechter reservéiert . Certains droits réservés
Dateschutz . Protection des données
Ëmweltschutz . Protection de l'environnement
5 avenue Marie-Thérèse
Bâtiment H, 1er Étage
L-2132 Luxembourg
+352 44 74 34 01
com cathol.lu