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1. August 2020

Sein Wort ist Speise

Der Kommentar zum 18. Sonntag im Jahreskreis von Daniel Graul (01.08.2020)

Wie heißt es im Volksmund: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein!“
Allgemein kann man sagen, dass es noch nie so viele Menschen gab, die sich so viel leisten können, wie heute. Hinzu kommt, dass man sich heute mit ausreichend finanziellen Mitteln gut absichern kann. Zusatzrenten, Zusatzversicherungen erwecken den Eindruck, dass man im Leben auf der gewonnenen Seite steht. Es scheint zu stimmen: Geld beruhigt die Nerven! Aber reicht das aus? Der Prophet Jesaja rüttelt uns wach: „Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?“ Sind wir wirklich satt und zufrieden?

Wir begegnen so vielen Menschen, die unglücklich sind. Es sind Menschen, die in ihrer Trauer gefangen sind, die unter einer schweren Krankheit leiden, die alleine sind und keine Freunde haben. Geld allein macht nicht glücklich und nicht satt. Sie kennen gewiss noch andere Beispiele, wo der Mensch leidet und ihm das fehlt, was das Leben lebenswert macht, trotz guter Finanzen. Nicht nur Geld macht das Leben lebenswert. Wir alle hungern nach viel mehr: Empathie, angenommen und getragen sein, auch dann, wenn wir schuldig geworden sind oder versagt haben, auch dann, wenn wir dem Druck der Arbeitswelt und der Gesellschaft nicht mehr standhalten können.

„Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen.“ (Mt 14,14)
Ja, Gott hat Mitleid mit uns Menschen. Er weiß um die Abendstunden, wo die Dunkelheit in unser Leben einbricht, wo wir orientierungslos sind, wo unser Leben und unsere Seele in Gefahr sind und wo wir den Eindruck haben nicht mehr bestehen zu können. Er weiß, wann wir nach Geborgenheit, Freundschaft, Heilung und Heimat hungern. Dieser Hunger ist nicht mit Geld zu stillen. Da braucht es mehr.

Das Matthäusevangelium erzählt uns an diesem Sonntag, wie Jesus 5000 Menschen sättigt. Fünf Brote und zwei Fische reichen hierfür aus. Wie dürfen wir das verstehen? Jesus stillt den Hunger der Menschen mit seinem Wort. Er stärkt in der Not und in der Dunkelheit unseres Lebens. Sein Wort ist Speise. Vergessen wir nicht: Wie viele Christen schöpfen tagtäglich in den Krisen und Nöten ihres Lebens Kraft und Hoffnung aus dem Wort Christi. Es wird ihnen zur Speise.

Christus schenkt sich uns nicht nur in seinem Wort, sondern er schenkt sich selbst, leibhaft in der Eucharistie, um selbst in unser Leben einzutreten. Näher kann uns auf Erden Christus nicht kommen. So geht er mit uns und stärkt uns. Darum sage ich immer wieder: Unsere Kirchen und unsere Gottesdienste sind Orte, wo wir unseren seelischen Hunger stillen können. Hier erleben wir, dass wir von Gott angenommen sind.

Jesus fordert die Jünger auf: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Mt 14,16) Mit diesem Aufruf werden wir auch an unsere Mitverantwortung und an unsere Mitmenschlichkeit erinnert.

Das Leben braucht eben auch Beziehung zu Gott und zu den Menschen.

Quelle: Luxemburger Wort

 
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