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Jahr A (2019-2020)  
8. Februar 2020

Salz der Erde, Licht der Welt

Der Kommentar zum 5. Sonntag im Jahreskreis von Sr. Danièle Faltz (9.2.2020)

Salz und Licht sind Elemente, die erst dann auffallen, wenn sie fehlen. Ihre eigentliche Funktion ist Wichtigeres hervorzuheben. In sich selbst haben sie kaum Wert, sie sind wertvoll durch ihre Funktion.

Das Salz macht das Essen schmackhaft, würzig. Zurzeit Jesu wurde es auch gebraucht, um die Nahrungsmittel über längere Zeit aufzubewahren. Es gab sogar Zeiten, in denen das Salz so wertvoll war, dass es im Handel als Wertmaß gebraucht wurde, Salz, das weiße Gold.

Ähnlich hat es sich mit dem Licht. Auch das Licht ist nicht an sich wichtig, es geht nicht um den Leuchter, die Kerze oder die Lampe. Das Licht erlaubt uns, uns anzuschauen, klar zu sehen, zu beobachten, die Welt, die Natur, die Menschen zu betrachten.

Im Evangelium Text vom morgigen Sonntag sagt Jesus zu seinen Freunden, und heute auch zu uns: ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Daraus sollten wir auf keinen Fall Überlegenheit oder Stolz herleiten. Wenn Jesus seine Jünger mit dem Salz und dem Licht vergleicht, dann, weil er ihnen, in der Mission, die er mit ihnen teilen will, die Funktion und den Dienst des Salzes und des Lichtes zuordnet.

Wie das Salz sind Christen also Menschen, die das Leben für sich und für andere schmackhaft, genießbar machen. Von der Hoffnung getragen können sie vermitteln, dass auch Schwieriges im Leben Sinn haben kann. Viele Menschen brauchen diese Hoffnung, manche verzweifeln, weil sie den Sinn verloren haben, weil sie nicht mehr erkennen, weshalb und für wen ihr Leben wertvoll ist. So könnten Christen Wegweiser sein, um aus dem Glauben an Gott, Mut zu schöpfen, „Ja“ zum Leben zu sagen und es zu meistern.

Wie das Salz, wenn richtig dosiert, die ganze Fülle des Geschmacks der Nahrungsmittel hervorhebt, so heben die Christen, durch ihr ganzes Leben und ihren Dienst an den Menschen, die Fülle der Zuwendung Gottes in dieser Welt hervor. Auf Gott hinweisen, auf die Zeichen seiner Sorge für alle Menschen verweisen, seine Liebe sichtbar und spürbar machen, das wäre der Dienst, den wir heute der Welt zu leisten haben, „damit das Gerücht von Gott“ nicht ausstirbt - so formuliert es der österreichische Theologe Paul Zulehner.

Das geschieht nicht, wenn man sich selbst hervortut, solche Haltung würde eher nach „versalzen“ schmecken. Das kann nur in der demütigen Haltung des Dienstes geschehen. Wir sind nicht Gott, und wir haben auch nicht den alleinigen Anspruch auf Gott. Bestenfalls können wir auf ihn hinweisen, genau wie das Salz, welches eigentlich ganz verschwindet, um dem Essen den richtigen Geschmack zu geben. Johannes der Täufer hat seine Mission so verstanden, er weist auf Jesus hin, und sagt „Er, Jesus, muss wachsen - ich aber muss abnehmen.“ Joh 3, 30.

So ist es auch mit dem Licht, das Licht kann zu grell sein, und uns verblenden. Das kommt immer wieder vor, wenn wir uns selbst beleuchten, oder uns selbst auf den Scheffel stellen. Im Evangelium heißt es: euer Licht soll vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen, und euren Vater im Himmel preisen.

Die guten Taten, die wir im Dienst der Menschen zur größeren Ehre Gottes zu leisten haben, sind in der ersten Lesung aufgelistet, bei Jesaia 58, 7-10: Brot für die Armen, Gastfreundschaft für die Obdachlosen, Gerechtigkeit, keine üble Nachrede, keine Unterdrückung, keine Verschmähung und Verurteilung. Das ist alles sehr konkret und auch 2700 Jahre nach dem Propheten Jesaia immer noch aktuell.

Das Johannes Evangelium zitiert Jesus, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Wir können als Lichtträger in seiner Nachfolge die Welt etwas heller machen. Im Hier und Heute, damit Gott erkennbar wird.

Quelle: Luxemburger Wort

Danièle FALTZ r.d.c.
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