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Bicher-Rezensioune . Recensions de livres  
13. Februar 2017

Die neue Einheitsübersetzung

Zeitschrift „Bibel und Kirche“ stellt die beiden großen deutschen Bibelübersetzungen und ihre Überarbeitungen vor

Den beiden frisch überarbeiteten, großen deutschen Bibelübersetzungen, der Lutherbibel und der Einheitsübersetzung, widmet die Zeitschrift „Bibel und Kirche“ je ein Themenheft. Das erste Heft „Martin Luther und seine Bibel“ ist vor kurzem erschienen, nun liegt auch das Heft zur neuen Einheitsübersetzung vor. Es bietet ein breites Spektrum an Beiträgen.

Die Einheitsübersetzung ist im Vergleich zur Lutherbibel jung. Kaum jemand kennt jedoch die Geschichte der katholischen Volksbibeln, die es seit der Reformationszeit gab. Sie basieren meist auf der Vulgata, der seit dem Konzil von Trient kirchenamtlichen Bibel der lateinischen Kirche. Ein Überblicksartikel von Markus Lommer stellt die Vielfalt dieser Volksbibeln vor.

Das Katholische Bibelwerk gab 1960 den Impuls für eine einheitliche katholische deutsche Übersetzung, aus dem 1961 ein Arbeitsauftrag der deutschsprachigen Bischöfe für eine „Einheitsübersetzung“ wurde. Christoph Dohmen, Mitarbeiter an der Revision, beschreibt das Grundanliegen der Übersetzung aus den 1960er Jahren und das, was jetzt für die Revision als Maßstab galt. Eine kritische Reflexion dieser Vorgaben und der Methoden der Entscheidungsfindung legt Walter Kirchschläger vor.

Am Beispiel der Psalmen erläutert Egbert Ballhorn die Herausforderungen der Revision hinsichtlich solcher Texte, die durch Liturgie und kirchliches Leben besonders vertraut sind, die aber aufgrund der bibelwissenschaftlichen Forschung als dringend revisionsbedürftig angesehen wurden. Die Eigenheiten und die Bildsprache des hebräischen Textes sollten stärker zu Geltung kommen, ebenso geprägte Formulierungen, die sich durch den gesamten Psalter ziehen.

Besonders heikel bei Bibelübersetzungen sind Juden- oder Israelfeindliche Texte im Neuen Testament. Michael Theobald zeigt in seinem Beitrag zu den Israel-Kapiteln des Römerbriefs (Kap. 9-11) auf, wie die veränderten Übersetzungsentscheidungen theologisch neue Aussagen treffen, die auch besser in die paulinische Theologie passen. Die Revision des Römerbriefs zeigt somit wesentlich mehr Achtung gegenüber dem Judentum.

Auch hinsichtlich der Beachtung von Frauen hat die Theologie sich weiterentwickelt. Wie weit sich dies in der überarbeiteten Einheitsübersetzung niederschlägt, bewertet Maria Neubrand MC.

Die revidierte Einheitsübersetzung glättet weniger Risse, die in den ursprachlichen Texten sichtbar sind. Außerdem weisen die Veränderungen gegenüber dem Text von 1980 auf andere textkritische Entscheidungen hin. Das bietet nach Ansicht von Detlef Hecking vom Schweizerischen Katholischen Bibelwerk Chancen für die Bibelpastoral. Sein Plädoyer findet sich ebenfalls in „Bibel und Kirche“.

Hinweis: Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz haben gemeinsam mit ihren Bibelwerken eine Bibeltagung in Stuttgart veranstaltet, die sich beiden Übersetzungen und ihren neusten Überarbeitungen gewidmet hat. Eine Zusammenfassung der Tagung sowie weitere Materialien zur revidierten Einheitsübersetzung sind im Internet zu finden unter www.bibelwerk.de

Bezugsquelle:
Die neue Einheitsübersetzung. Bibel und Kirche 2/2017 – ISBN 978 3 944766 15 7.
Die Zeitschrift „Bibel und Kirche“ kann im Abonnement und einzeln bezogen werden bei:
Katholisches Bibelwerk e.V.
Postfach 150 365
70076 Stuttgart
E-Mail: bibelinfo bibelwerk.de
Tel.: +49-(0)7116192050
www.bibelwerk.de

Quelle: Bibelwerk

 
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