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Messagen a Medien . Messages et médias  
11. April 2020

Gott fängt uns auf mit seiner Lebenskraft

Wort des Erzbischofs an die älteren Mitmenschen in Zeiten der Corona-Krise

Liebe Schwestern und Brüder,

Die jetzige Corona-Krise belastet Sie in einem hohen Maße. Sie, als Teil der älteren Generation, gelten als besonders gefährdet und werden daher streng von der Außenwelt abgeschirmt. Was an Vorsichtsmaßnahmen zu Ihrem Schutz ergriffen wurde, bringt gleichzeitig erhebliche Nachteile mit sich: keine Besuche in den Krankenhäusern, in den Alters- und Pflegeheimen, keine oder nur sehr eingeschränkte Treffen mit Ihren Kindern und Enkelkindern, keine Gruppen- und Vereinsaktivitäten, keine eigenständigen Einkäufe und Besorgungen über Wochen hinweg. Sie selbst haben meistens nicht die Möglichkeit an Beerdigungen von Mitgliedern ihrer Familie oder ihres Bekanntenkreises teilzunehmen.

Selbst in kirchlicher Hinsicht fallen wichtige Wochentermine wie der Messbesuch in der Pfarrei oder im Heim leider aus. Zwar gibt es viele Initiativen von Bistums- und Pfarreiebene, um die Menschen in dieser schweren Zeit pastoral weiter zu begleiten, aber viele dieser Angebote setzen den Gebrauch der modernen Kommunikationsmittel voraus. Ich bin mir bewusst, dass längst nicht jeder von Ihnen damit vertraut ist und wir nicht jeden unmittelbar erreichen.

Sollte sich das Gefühl bei Ihnen einschleichen, Sie seien in Ihrer Angst vor einer möglichen Ansteckung und dem beklemmenden Gefühl der sozialen Isolation auch von der Kirche allein gelassen, möchte ich Ihnen heute versichern, dass dem nicht so ist. Wir arbeiten daran, dass die von Ihnen so geschätzte „Radiosmass“ auch als Fernsehübertragung mehr Menschen zugänglich gemacht wird. Wir sind über eine neue Telefonseelsorge (Tel. 288087) für Sie erreichbar und haben ein offenes Ohr für Ihre Anliegen; auch viele Pfarreien bemühen sich darum, den Kontakt zu Ihnen zu halten.

Ich selbst, zusammen mit Weihbischof Leo, Erzbischof em. Fernand und allen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, tragen Sie täglich in unserem Gebet. Wir wissen zugleich, wie kostbar und fruchtbar Ihr treues Gebet in den Anliegen der Welt und der Kirche ist und wir danken Ihnen von ganzem Herzen dafür. Verbunden im Gebet können wir auch jetzt „zusammen Kirche sein“.

Mein besonderer Dank gilt allen Frauen und Männern in den ambulanten und stationären Pflegediensten, Ihren Familien und Nachbarn, die Ihnen nahe bleiben und die ihr Möglichstes tun, damit Sie – den Umständen entsprechend – gut umsorgt sind. Ich ermutige Sie, schenken auch Sie ihnen immer wieder eine Geste der Anerkennung und der Dankbarkeit.

Liebe Schwestern und Brüder,

das bevorstehende Osterfest möge Sie im Glauben bestärken, dass auch Gott mit Ihnen ist, gerade jetzt. Er verlässt uns nicht. Der Verzweiflungsschrei Jesu am Kreuz blieb nicht unbeantwortet. Ostern ist die Zusage der unverbrüchlichen Treue des himmlischen Vaters zu jedem von uns. Das Osterlicht ist stärker als alle Dunkelheit, die uns niederdrücken mag. Gott fängt uns auf mit seiner Lebenskraft. Er gibt uns Mut und hebt uns empor. Freuen wir uns und feiern wir Auferstehung! Möge der Osterglaube Sie beseelen und Ihnen Trost, Halt und Hoffnung sein.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen von ganzem Herzen gesegnete Ostern!

Luxemburg, in der Karwoche 2020

Jean-Claude Kardinal Hollerich
Erzbischof von Luxemburg

Wort des Erzbischofs an die älteren Mitmenschen in Zeiten der Corona-Krise
 
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