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Protection des données . Dateschutz  
24. Mai 2018

„Die Stärkung des Datenschutzes liegt im Interesse eines jeden Einzelnen“

Interview von cathol.lu mit Uwe Franzen, Datenschutzbeauftragter des Erzbistums, über die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung in der Kirche

Uwe Franzen: „Zu meiner Arbeit gehört die Sensibilisierung und Schulung von Haupt- und Ehrenamtlichen. Hierzu war es notwendig, die Regeln des Datenschutzes kompakt zu formulieren und durch eine praktische Handreichung in die tägliche Praxis zu übersetzen.“

Uwe Franzen, mit Inkrafttreten der neuen EU-Grundverordnung zum Datenschutz sind Sie zum Datenschutzbeauftragen der Erzdiözese ernannt worden. Was ist Ihr Auftrag und welche Aufgaben übernehmen Sie mit diesem Posten?

Zu den Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten gehört es, Sorge dafür zu tragen, dass die Regeln des Datenschutzes im Unternehmen eingehalten werden. Das beginnt damit, dass genau geschaut wird, wo überhaupt persönliche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden und auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschieht. Fängt man erstmal damit an, wird schnell offensichtlich, dass man ein sehr weites Feld betritt: angefangen bei Cookierichtlinien auf Internetseiten, über Anmeldeformulare für Veranstaltungen bis hin zur Gremienarbeit in den Pfarreien. Deshalb gehört zu meiner Arbeit die Sensibilisierung und Schulung von Haupt- und Ehrenamtlichen. Hierzu war es notwendig, die Regeln des Datenschutzes kompakt zu formulieren und durch eine praktische Handreichung in die tägliche Praxis zu übersetzen. Ob dies gelungen ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Oberste Kontrollinstanz zum Thema Datenschutz ist in Luxemburg die „Commission nationale pour la protection des données“ (CNPD). Zu meinen Aufgaben gehört auch der Kontakt zu dieser Behörde.

Die meisten Daten fallen bei einer aktiven Teilnahme am Leben der Kirche vor Ort an

Wo beginnt für Sie Datenschutz?

Im Moment gehen viele Meldungen zum Thema Datenschutz durch die Presse. Täglich erreichen jeden von uns Emails über die Umstellungen im Zuge des Inkrafttretens der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf europäischer Ebene zum 25. Mai 2018. Etwas Hektik macht sich breit. Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass das Thema nicht neu ist. Durch die DSGVO wurde vor allem der Schutz des persönlichen Daten an die Realität der Informationsgesellschaft angepasst.

Man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass es um den Schutz personenbezogener Daten geht. Die Stärkung des Datenschutzes liegt selbstverständlich im Interesse eines jeden Einzelnen. Er beginnt deshalb mit der Frage, welche Daten ich über mich andern anvertraue. Und umgekehrt: wenn ich Daten erhebe z.B. anhand eines Anmeldeformulars, muss ich mich bei jeder Angabe fragen, ob ich diese Daten wirklich brauche. Es ist ein einfacher Grundsatz: Daten, die ich nicht erhebe, brauche ich auch nicht zu schützen.

Grundlegend für einen effektiven Datenschutz ist deshalb die Sensibilisierung und Information. In diesem Sinne hat die CNPD bereits viel gute Arbeit geleistet.

Konkret gefragt: Welche Daten werden von der Kirche erhoben und zu welchem Zweck?

Gemessen an ihrer gesellschaftlichen Präsenz und ihren vielfältigen Tätigkeiten, erhebt die Kirche eigentlich recht wenig Daten. Natürlich wird festgehalten, wer zur Kirche gehört. Dies geschieht bei der Taufe. Ebenso wird der Empfang einiger Sakramente dokumentiert. Die Erhebung dieser Daten liegt im Interesse der Kirche: wie sollten z.B. Familienangehörige ein Patenamt übernehmen, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass sie getauft sind? Wie sollte bei Eheschließungen sinnvoll assistiert werden, wenn nicht festgehalten wird, ob die Brautleute bereits verheiratet sind? Mit diesen Daten werden also Akte, die in der Öffentlichkeit vollzogen werden, dokumentiert. Darüber hinaus werden aber weder religiöse Überzeugungen erfasst noch wird die gottesdienstliche Praxis erhoben.

Die meisten Daten fallen deshalb bei einer aktiven Teilnahme am Leben der Kirche vor Ort an: Einschreibungen zu den verschiedenen katechetischen Kursen, Vorbereitung auf Sakramente, Mitarbeit in Gremien, Anmeldungen zu Veranstaltungen, ... Die Daten, die hier erhoben werden, ermöglichen die Organisation der täglichen Arbeit besonders in den Pfarreien.

Datenverarbeitung muss in allen Pfarreien nach denselben Regeln geschehen

Von der neuen Datenschutzverordnung ist nicht nur die katholische Kirche betroffen, sondern jede Institution, jedes Unternehmen und jede Vereinigung. Stellt diese Verordnung die Kirche und ihre dezentrale Struktur vor besondere Herausforderungen?

In der Tat stellt es eine Herausforderung dar, dass viele Daten dezentral verarbeitet werden. Jede Pfarrei organisiert ihre Tätigkeiten und verarbeitet personenbezogene Daten. Es ist deshalb eine Sorge, dass dies in allen Pfarreien nach denselben Regeln geschieht. Zunächst wurden die Formulare überarbeitet, mit denen personenbezogene Daten erhoben werden, so dass sie konform zu den neuen Regelungen sind und u.a. über die Rechte der betroffenen Personen aufklären. Um einen einheitlichen hohen Schutz der Daten zu gewährleisten, haben wir damit begonnen eine Softwarelösung einzuführen, die die Arbeit besonders in den Pfarreien erleichtern soll. Durch technische Vorgaben wird der Datenschutz von Anfang an umgesetzt.

Wie und mit welchen Anliegen kann man Sie als Ansprechpartner für den Datenschutz kontaktieren?

Die Datenschutzgrundverordnung stärkt die Rechte der betroffenen Personen. Jeder hat u.a. das Recht nachzufragen, welche Daten über ihn erhoben wurden, und kann eine Berichtigung oder Löschung anfragen. Dies geschieht zunächst dort, wo die Daten erhoben werden - also meistens in der Pfarrei. Sollte jemand aber den berechtigten Eindruck haben, dass es ihm nicht möglich ist, seine Rechte wahrzunehmen, kann er sich an mich wenden. Jede Anfrage muss beantwortet werden.

Natürlich bin ich auch für die Kolleginnen und Kollegen in den Pfarreien Ansprechpartner, wenn es um die praktische Umsetzung des Datenschutzes geht.

Kontakt: dataprotection cathol.lu

 
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