Gebt Ihr Ihnen zu essen Jesu Brotvermehrung
Kommentar zum 18. Sonntag im Jahreskreis A - Père Jean-Jacques Flammang (02.08.2026)
Brotwunder hat es, nachdem Jesus selbst dieses Wunder vollbracht hatte, in der Kirche immer wieder gegeben. Als Don Bosco (1815-1888) nur noch 20 Brötchen hatte für die 300 Kinder und Jugendliche in seinem Obdachlosenheim, hat er begonnen, sie den Kindern auszuteilen, die in einer langen Schlange darauf warteten. Und siehe, der Korb wurde nicht leer, bis alle 300 Hungrige Brot zum Essen hatten. Viele haben es miterlebt, und Francesco Dalmazzo hat über diese Brotvermehrung unter Eid berichtet, was er damals 1860 in Turin, hinter Don Bosco stehend, gesehen hatte.
Auch die heilige Klara von Assisi (1194-1253) hat ähnliches mit ihren Schwestern erlebt. Die 50 hatten in ihrem Kloster San Damiano nur noch ein halbes Brot. Die andere Hälfte hatten sie dem heiligen Franziskus gegeben. Die heilige Klara begann auf Christus vertrauend, den Schwestern dieses Brot zu verteilen: Alle wurden satt, und es blieb noch Brot übrig.
Ja, früher geschah sowas, aber wie steht es denn bei uns heute? Unsere KI berichtet, was sich im März 2023 in der St. Thomas Church in Thomaston (USA) ereignet hat. Während der Kommunionausteilung bemerkte der Pfarrer, dass die Hostien im Ziborium zur Neige gingen. Aber, obschon noch viele Gläubigen in der Schlange standen, konnten sie alle die heilige Kommunion empfangen. Der Vorfall wurde im Vatikan gemeldet, und wird nun als potenzielles eucharistisches Wunder untersucht.
Untersucht? Ja, kritisch untersucht, eine Einstellung, die es in der westlichen Welt seit 400 Jahren gibt, wo man, um die Wissenschaft zu retten, neue Deutungen der Brotwunder erfunden hat: Sie seien (nur) erbauliche Erzählungen, die aufrufen sollen, mit den Armen zu teilen, in Wirklichkeit aber ...
In Wirklichkeit wird heute vielen Menschen geholfen, aber auch viele wissen nichts mehr um die Brotwunder. Sie vertrauen ihr Leben und Überleben eher der militärischen Aufrüstung an, oder der neokolonialen Ausdeutung durch Morden und Krieg. Andere ändern ihre Verfassung, und verlangen Rechte und Freiheiten, um menschliches Leben « freiwillig » auszuschließen.
Und trotzdem gibt es immer noch Brotwunder. Auch heute. In extremen Armuts- oder Kriegsgebieten berichten Missionare immer wieder von Phänomenen, die exakt dem Geschehen um die heilige Klara oder um Don Bosco gleichen. 1997 ist ein solches Wunder in Maputa (Mosambik) geschehen. In ihrem Waisenhaus hatte die international bekannte Gründerin der Organisation Iris Global, Heidi Baker (*1959) nur noch einen kleinen Topf mit Reis und Hühnchen für wenige Personen. Vor der Tür aber standen über hundert hungrige Kinder. Baker betete um eine Vermehrung, teilte das Essen aus, und am Ende wurden alle Kinder satt, weil der kleine Topf nicht leer wurde. Diese Glaubenserfahrung hat Heidi Baker dazu bewegt, an vielen Orte Heime für Obdachlose zu gründen.
« Gebt ihr ihnen zu essen! » hat Jesus damals seinen Jüngern empfohlen. Er empfiehlt es immer noch heute, dort wo man ihn nicht vergessen will.