"Liebst Du mich?"
Kommentar zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus von Achille Bundangandu (29.06.2025)
Liebe Schwestern und Brüder,
wir feiern heute mit der ganzen Kirche das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus. Simon stammte aus Betsaida in Galiläa, war verheiratet und von Beruf Fischer. Jesus berief ihn in seine Nachfolge und in seinen Dienst. Simon wurde Vorsteher der Gemeinde in Jerusalem und Jesus nannte ihn Petrus, den Fels, den Kephas. Für Paulus von Tarsus, der zuvor Saulus hieß und einer der heftigsten Verfolger der jungen Gemeinde Jesu war, wurde die überwältigende Gnade der Offenbarung Jesu zuteil. So wurde er zum Apostel der Heiden. Beide Apostel sind heute eine große Quelle unserer Freude und Hoffnung, weil die Kirche Jesu auf das Fundament der beiden Apostel aufgebaut ist.
Bringen wir an diesem Sonntag unsere Anliegen für die Kirche, für alle Menschen, die den Namen der Apostel Petrus und Paulus tragen; vor unseren Herrn Jesus Christus. Durch die Fürsprache seiner Diener Petrus und Paulus schenke er allen reichen Segen.
Zum dritten Mal fragte Jesus ihn: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Er gab ihm zur Antwort: „Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe“. Jesus sagte zu ihm: „Weide meine Schafe! […] Folge mir nach!“ (vgl. Joh 21, 1.15-19)
Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus Christus möchte zu jedem einzelnen von uns Menschen eine persönliche Beziehung aufbauen. Die Kernfrage Jesu und seine Botschaft ist die der Liebe. Damit drückt er ein tiefes menschliches Bedürfnis aus, das Bedürfnis, geliebt zu werden. Die Liebe verschenkt sich, sie lässt sich nicht erzwingen. Sie wird angenommen oder abgelehnt. So wie Simon Petrus und Paulus damals sind auch wir heute aufgefordert, Jesus eine Antwort zu geben.
Es hilft wenig, eine rasche und unüberlegte Antwort zu geben. Simon Petrus wird nachdenklich, es ist eine tiefgreifende dreimalige Frage. Jesus will, dass er sich tief in seinem Herzen erforscht. Für Petrus zählt die persönliche Erfahrung mit Jesus, die von Höhen und Tiefen geprägt ist, dazu Jesu Wirken und Menschenliebe. Die Gnade Jesu verleiht ihm die Kraft, den apostolischen Auftrag und die damit verknüpfte große Verantwortung zu übernehmen: „Weide meine Schafe!“, trage Sorge für meine Jüngerinnen und meine Jünger, leite sie und erweise dich als guter Hirt. Paulus hingegen verkündet leidenschaftlich Jesus Christus bei den verschiedenen Völkern, die nicht zum Judentum gehörten. Unermüdlich arbeitet er am Aufbau der Gemeinden, unterrichtet und tauft die Menschen, und lehrt sie, Jesus Christus, den Gekreuzigten, zu lieben und ihm nachzufolgen.
Wenn wir heute diese beiden großen Gestalten der Kirche betrachten, sollen wir uns die Liebe vor Augen führen, mit der sie Jesus Christus geliebt haben. Sie sind seinem Ruf nachgefolgt. Die Liebe ist das Band der Einheit und der Eintracht der universalen Kirche. Die Liebe zu Jesus ist das Charakteristikum eines christlichen Menschen. „Liebst du mich?“ ist heute die unüberhörbare Frage an uns persönlich. Wenn wir Jesus Christus nachfolgen, können wir den Mitmenschen mit Liebe begegnen. Die Menschen brauchen Liebe und Wärme, die aus einer göttlichen Quelle strömt. Möge die Nähe zu Jesus im Gebet und in der Nachfolge unser Leben verwandeln, damit wir Zeuginnen und Zeugen der Liebe Christi in der heutigen Welt werden. Durch die Fürsprache der Apostel Petrus und Paulus segne und behüte uns Gott! Amen.