Es ist der Weg zum Frieden
Kommentar zum Palmsonntag - Marie-Christine Ries (27.03.2025)
Zwischen dem Einzug Jesu in Jerusalem und der Ankunft politischer oder militärischer Obrigkeiten in der Antike liegen Welten. Deren Ankunft wurde zu Propagandazwecken genutzt und ihre Macht wurde in Szene gesetzt. Ein solcher Einzug verhieß dann auch selten Gutes für die Bevölkerung der Stadt.
Ganz anders der Einzug von Jesus in die Stadt Jerusalem: Jesus setzt bewusst ein Zeichen. Er kommt als König, nicht hoch zu Ross, sondern auf einem geliehenen Esel. Er kommt nicht mit Macht und Gewalt, sondern in Demut, er kommt als Friedenskönig.
Die Menschen zur Zeit Jesu, erkennen in Jesus den Friedenskönig, welcher der Prophet Sacharja in seinen Schriften angekündigt hat.
Schauen wir uns die Szene mal genauer an.
Da sind die vielen Menschen rundum Jesus, die in Ihm den Hoffnungsträger auf bessere Zeiten sehen. Er wird im Namen Gottes endlich Frieden und Freiheit bringen. Er wird die Menschen von ihren Verletzungen und Leiden heilen und ein neues Reich aufrichten.
Ihre Freude und ihr Bitten bringen sie mit dem Ruf Hosanna, Hoschiah na, „Ach Herr bring doch Rettung“ zum Ausdruck. Jesus ist in ihren der Messias, der Sohn Davids. Ein Friedenskönig.
So kurz vor dem Paschafest, waren in Jerusalem viele römische Soldaten, um für Ordnung zu sorgen. Die haben wohl den Kopf geschüttelt oder gelacht über diesen lächerlichen Einzug. Keine Pferde, kein Befehlshaber hoch zu Ross, keine Streitkräfte. Eine verrückte Truppe mit einem bizarren Anführer.
Aus den anderen Evangelien wissen wir, dass auch die religiösen Autoritäten, das Geschehen verfolgen und sich darüber aufregen. Dieser Jesus misst sich Dinge an, die ihm nicht zustehen. Mehr noch, damit bringt er das ganze jüdische Volk in Gefahr, sollten die Römer dem Treiben ein Ende setzen.
Und Jesus? Er setzt bewusst ein Zeichen, indem er 2 seiner Jünger damit beauftragt die Esel auszuleihen. Er entscheidet sich auf das Muttertier zu setzen. Was dann in den Köpfen und Herzen der Menschen geschieht, die mit ihm unterwegs sind, kann er nicht steuern.
Er setzt darauf, dass sie verstehen und erkennen, dass er kein politischer und gewaltvoller Messias ist. Jesus bringt Frieden und Befreiung, indem er sich selbst aus Liebe verschenkt. Gewaltlos und demütig.
Und wir?
Die Geschehnisse der Karwoche erinnern uns, dass Jesus durch den Tod zur Auferstehung geführt wurde. Jesus hat sich selbst aus Liebe verschenkt und die Auferstehung hat seine Wundmale nicht „wegradiert“.
Jesus lädt uns ein Ihm nachzufolgen, so wie er gelebt hat: gewaltlos, demütig und liebevoll. Gehen wir mit Ihm auf Ostern zu. Es ist der Weg zum Frieden.