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Mit dem Auferstandenen auf dem Lebensweg

Kommentar zum 3. Ostersonntag Jahres A - P. Jean-Jacques Flammang scj (19.04.2026)

Nachdem Jesus gekreuzigt und begraben war, verließen zwei der Seinen Jerusalem und machten sich auf den Weg nach Emmaus. Hatten sie Angst, auch ihnen könnte Übles widerfahren, da sie doch ihre Hoffnung gerade auf diesen Menschen gesetzt hatten? Er sollte sie befreien aus dem Dunkel des Alltags, um neue Wege und Möglichkeiten zu eröffnen. Hatte nicht gerade Er den Menschen neuen Mut gemacht, um gestärkt und begeistert heilvollere Wege zu finden und zu gehen?

Als sie nun traurig und niedergeschlagen sich unterwegs über das in Jerusalem Ereignete unterhielten, kam ein Fremder zu ihnen, der anscheinend nichts von diesem Jesus gehört hatte. Die beiden erzählen und erklären, und ein reges Gespräch entsteht unter ihnen. Der Fremde erinnert daran, dass gemäß den Propheten der Messias all das erleiden musste, um wirklich Neues entstehen zu lassen und Herr zu werden über Leben und Tod. Des Fremden biblisches Wissen ist groß, und so wirft er ein neues Licht auf all das, was mit Jesus geschehen ist.

Mit anderen reden, auf sie hören, ihren Standpunkt versuchen zu verstehen, kann das eigene Verständnis vertiefen. Seit einigen Jahren arbeitet die Kirche an einem neuen gemeinsamen Weg. Synodalität wird er genannt, und drückt das aus, was wir hier auf dem Weg nach Emmaus erfahren. Zusammen den Weg machen und sich gegenseitig zuhören, damit ein besseres Verständnis entstehen kann. 

Jedenfalls waren die beiden von dem Austausch mit dem Fremden so begeistert, dass sie sich nicht von ihm trennen wollten, als sie in Emmaus in der Herberge Unterkunft suchten,  und zu ihm sagten: « Bleib doch bei uns, denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. » Und Lukas schreibt in seinem Evangelium: « Da ging er hinein, um bei ihnen zu bleiben. » (Lk 24,29)

Hier geschieht auf dem Weg die große Wandlung, die Lukas durch die verwendeten Wörter andeutet. Die beiden wollten, dass der Fremde bei ihnen bliebe und das Gespräch weiterführe. Der Fremde bleibt dann bei ihnen. Aber anders, als sie es erwartet haben. Er gibt sich zu erkennen, durch ein außergewöhnliches Zeichen. « Bei Tisch, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn. Dann sahen sie ihn nicht mehr. » (Lk 24,30f.)   

Diese Wandlung veranschaulicht Lukas mit den zwei verschiedenen Wörter, die er gebraucht, um das Miteinander-Sein zu bezeichnen. Während die beiden, den Fremden einluden, bei ihnen zu bleiben, auf griechisch « meta », schreibt Lukas uns, dass der Fremde mit hineingeht, um bei ihnen zu bleiben, auf griechisch « syn ». Das « meta » hat sich in ein « syn » verwandelt, aus dem einfachen zusammen sein bei Tische, mit und neben dem Fremden (meta), wird ein lebendiges Zusammensein, das den Fremden als Auferstandenen zu erkennen gibt, tief mit ihnen verbunden, nicht nur « meta », sondern wirklich « syn ». Sie sehen ihn wohl nicht mehr, aber sie bleiben mit ihm tief verbunden und legen noch abends den Weg nach Jerusalem zurück, um den andern Jüngerinnen und Jünger zu bezeugen, dass sie dem Auferstandenen begegnet sind, im Brot, das er ihnen brach. Diese wussten Gleiches zu erzählen.

Heute nennen wir « das Brot brechen » Eucharistie feiern. In dieser Jahreszeit, wo zahlreiche Kinder und immer mehr Erwachsene zum ersten Mal an der heiligen Kommunion teilnehmen, sollten unsere Gemeinschaften offen werden sein, um das Thema der kommenden Muttergottes-Oktave gemeinsam synodal zu bedenken: « Mensch sein, hier und jetzt. »

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