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5. November 2021

Klima. Wein. Willibrord.

Ein “grüner” Lichtstrahl auf unseren Landesapostel

Während die Willibrordverehrer sich in diesen Tagen in Echternach am Grab des Klostergründers einfinden, trifft sich die Welt im schottischen Glasgow zur Klimakonferenz.
Echternach und Glasgow sind zwei Orte, die in diesen grauen Novembertagen, sicher auf unterschiedliche Weise, Hoffnung ausstrahlen. Während im beschaulichen Sauerstädtchen das diesjährige Motto “…damit wir eine lebendige Hoffnung haben” uns Willibrord als Zeuge der Hoffnung vor Augen führt, soll von Glasgow ein Stück Hoffnung ausgehen, dass die Mächtigen der Welt im Kampf gegen die Klimakrise konkrete Schritte zur Emissionsreduzierung gehen, die Hoffnung auf ein Schritt nach vorne und keine Echternacher Springprozession “ancien régime” – 3 Schritte vorwärts, 2 zurück!

Dabei kann Willibrord, der aus dem angelsächsischen Kulturraum stammt und vom iro-schottischen Missionierungsdrang beseelt war, den Konferenzteilnehmern in Glasgow durchaus als Fürsprecher zur Seite stehen. Denn die Welt wartet und drängt auf mutige Schritte, “uns aus unserer Trägheit aufzurütteln”, wie es Willibrord getan hat.

Und Willibrord kann auch Klima – zumindest wenn man sich alte Bauernregeln anschaut, wo Frost am Fest des heiligen Willibrord als meteorologische Konsequenz viel Regen im Januar bringen soll: “Trägt Willibrord schon Reif im Haar, bringt Warmluft und Regen der Januar” oder “Frieren um Willibrord Hase und Reh, sendet der Januar viel Regen”. Frostperioden sind im November keine Seltenheit, aber nicht immer ist am 7. November Frost. Interessant ist dennoch, dass Willibrord das Zeug hat zu einem “Eisheiligen” mitten im Herbst zu mutieren und sich an seinem Todestag Wetterprognosen für den kommenden Januar ablesen lassen.

Die klimatischen Bedingungen haben auch einen direkten Einfluß auf die Weinlese – und das nicht nur auf den Eiswein. Durch die Klimakrise wird der Wassermangel im Weinberg immer zunehmender ein Problem, die Trockenheit hat eine direkte Konsequenz auf den Leseertrag. Die Quantität des Weins nimmt ab.

Weinmangel wird auch in Alkuins “Vita Sancti Willibrordi” thematisiert, wenngleich nicht klimabedingt. Bei einer Visitation im Weinkeller seines Echternacher Klosters soll Willibrord nur ein einziges Weinfass mit einem Restbestand des vergorenen Rebensaftes vorgefunden haben. “Er berührte das Fass mit seinem Stab, um es zu segnen. Über Nacht füllte es sich bis zum Überlaufen mit Wein.

Weitere zwei Weinwunder sind Willibrord zugeschrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass Willibrord öfters mit einem Weinfass dargestellt ist und im Ökosystem der Heiligen unser Landesapostel als Weinheiliger fungiert.
Vor allem an der deutschen Mosel wurde der “Salvator Luxemburgensis” wie Abt Bertels Willibrord bezeichnete als solcher verehrt, denn sein 698 gegründetes Kloster besaß dort bis ins 18. Jahrhundert Weinberge.

Ob “Klima-“ oder “Weinheiliger”: Willibrord gehört zweifelsohne zur Ökologie unseres Glaubens und zum Mikroklima des religiösen Erbes unseres Landes. Und somit dürfen wir hoffnungsvoll mit dem “rastlosen Verkünder des Evangeliums” in die Zukunft schreiten.

Marc Jeck

Foto: Arbeiter im Weinberg des Herrn : Die Echternacher Handschriften zeugen vom mittelalterlichen Weinbau (Foto: Stadtbibliothek Trier)

Marc JECK
 
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