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24. November 2020

Papst rechnet Deutschland zu „3 Covid-Erfahrungen meines Lebens"

Neues Interviewbuch

Photo: Vatican News

Drei Erfahrungen existenzieller Einsamkeit hat Papst Franziskus in seinem Leben gemacht. Eine davon, die mittlere, war sein Aufenthalt in Deutschland 1986. Das erzählt der Papst in einem neuen Interviewbuch, das an diesem Montag auf Italienisch erscheint. Viel für seine Aufgabe in Rom gelehrt habe ihn auch Ludwig von Pastors monumentale „Geschichte der Päpste“.

Seine Oberen hatten den argentinischen Jesuitenpater Bergoglio 1986 im Alter von fast 50 Jahren nach Deutschland geschickt, wo er sein Deutsch verbessern und promovieren sollte. Seine Sprachkenntnisse vertiefte der spätere Papst am Goethe-Institut in Rothenburg ob der Tauber sowie in Frankfurt; die Promotion sollte er nie abschließen.

Seine Zeit in Deutschland nennt der Papst in dem Buch „Wage zu träumen!“ den „Covid der Vertreibung“. Es sei zwar eine „freiwillige Vertreibung“ gewesen, aber er habe sich in Deutschland „völlig fehl am Platz“ gefühlt und Heimweh empfunden. In Frankfurt ging er häufig zum Friedhof spazieren, weil man von dort aus die startenden und landenden Flugzeuge sehen konnte. Besonders gut erinnert sich der heutige Papst, bekennender Fußballfan, an den Tag, nachdem Argentinien die Fußball-WM gewann:

Die Einsamkeit des Nicht-Dazugehörens
„Ich ging in meine Sprachschule und niemand sagte etwas, bis eine junge japanische Frau aufstand und VIVA ARGENTINA auf die Tafel schrieb. Alle fingen an zu lachen. Dann kam der Lehrer herein, sagte, sie solle das wegwischen, und das war’s. Es war ein Alleinsein im Triumph, den man nicht teilen kann, die Einsamkeit des Nicht-Dazugehörens, des Aus-dem-Gleichgewicht-geworfen-Werdens. Du wirst von dort weggenommen, wo du bist, und an einen Ort geschickt, den du nicht kennst. Und auf diesem Weg lernst du, was wirklich wichtig ist an dem Ort, den du zurückgelassen hast.“

Die anderen beiden Covid-Situationen, die Franziskus in dem Buch vertieft, sind seine lebensbedrohliche Krankheit als Seminarist und seine Zeit in der argentinischen Stadt Córdoba 1990 bis 1992. In Córdoba wirkte Pater Bergoglio als einfacher Beichtvater, nachdem er zuvor in jungen Jahren Provinzoberer der Jesuiten und Rektor des Studienhauses Colegio Maximo de San José gewesen war. Nach äußeren Vorstellungen war die Versetzung nach Córdoba also ein Abstieg.

In seinem Buch stellt Franziskus eine Verbindung zwischen diesen Stationen her: „Ich habe bestimmt einige gute Dinge getan, aber ich konnte sehr harsch sein. In Córdoba bekam ich die Quittung dafür, und das war richtig so.“ In diesen knapp zwei Jahren habe er das Haus praktisch nicht verlassen, höchstens um zur Post zu gehen, ein Lockdown, noch ehe das Wort 2020 allgegenwärtig wurde. Eine Zeit der Stille, des geistlichen „Nachreifens“ und der Lektüre – und das habe ihm gutgetan, wie Franziskus hervorhebt.

Vatican News

 
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