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9. Juli 2021

„Du änderst Dich doch nie!“

Kommentar zum 15. Sonntag von Marie-Christine Ries (11.7.2021)

Du änderst dich doch nie!“ „Ändere dich doch endlich!
Diese Sätze erreichen bei mir genau das Gegenteil: ich kapsele mich ab, ärgere mich eventuell über mein Gegenüber, und weiß in meinem Innersten, dass ich mich so nicht ändern kann.

Wenn aber gute Freunde mir sagen: „Wir mögen dich so wie du bist“, dann fällt es mir auf einmal leichter an mir selbst zu arbeiten und mich zu ändern. Denn ich weiß mich angenommen, auch mit meinen Ecken und Kanten. Und dieses Angenommensein weckt Neues in mir.
Diese Erfahrung des Angenommenseins, so wie wir sind, gehört zur Erfahrung des Glaubens. Im Evangelium sagt Jesus nicht zu den Menschen, ich heile dich nur, wenn du dich änderst. Im Gegenteil, durch die bedingungslose Liebe Gottes, die in Jesus sichtbar wird, geschehen Heilung, Veränderung und Glaube. Leben in Fülle wird möglich und erfahrbar.

Im Evangelium vom kommenden Sonntag, lesen wir, dass Jesus die Zwölf aussendet. Jesus traut ihnen zu, dass sie Gottes bedingungslose Liebe, welche sie in der Gemeinschaft mit ihm erlebt haben, auch bedingungslos weitergeben.
Und es klappt. Am Schluss des Sonntagsevangelium lesen wir, dass die Zwölf auszogen und im Geist Jesu handeln.

Und heute? Wie gehen wir mit dieser anvertrauten Aufgabe um?
Bei Umkehr predigen, denke ich spontan an moralisches Verhalten. Dabei gehört zur Umkehr zuerst der Glaube an das Evangelium. Damit verbunden die Erfahrung, dass Gott mich liebt, und dass ich diese Liebe in der Gemeinschaft der Christinnen und Christen erfahren und weitergeben kann. Und über den Kreis der Gleichgesinnten hinaus! Glaube macht frei, weil ich erfahre, dass Gott mich im Alltag begleitet und mir die Kraft gibt das Alltägliche als konkreten Lernort der Praxis des Glaubens zu erleben. Wenn unser Handeln und Reden diese Freude ausstrahlen, und Hoffnung erfahrbar werden lassen, dann geschieht Verkündigung. Antworten auf Fragen „Wieso macht ihr das? Welche Kraft treibt euch an?“ sind dann möglich.

Jesus sandte sie zu zwei und zwei aus. Ich hätte schon meine Präferenz mit wem ich ausgesendet werden möchte. Aber wer bin ich, dass ich dem/der Anderen seine/ihre Berufung, sein/ihr berufen sein, beurteile, bloß weil er/sie anders ist als ich? Das konkrete Beispiel, dass respektvolles und ehrliches Miteinander möglich ist, gerade in der Verschiedenheit, macht Verkündigung glaubwürdig.

Bleibt noch die Frage: Gehst du auch mit?

Marie-Christine RIES
marie-christine.ries cathol.lu
 
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