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16. Dezember 2021

Jeder ist von Gott berufen. Es stellt sich nur die Frage: Wie sieht meine Berufung aus?

Kommentar zum 4. Adventssonntag von Daniel Graul (19.12.2021)

Wir alle erleben Gutes und Schlechtes. Und wir wollen unseren vertrauten Menschen mitteilen, was wir erlebt haben. Das Schöne wie auch das Traurige im Leben möchten wir jemandem anvertrauen. Es liegt in der Natur des Menschen, anderen mitzuteilen, was man fühlt und was einen beschäftigt.

So auch Maria und Elisabeth. Alle beide wurden unerwartet schwanger. Wichtig ist, dass beide Frauen in ihrer Überforderung von Gott nicht alleine gelassen werden. Sie werden ermutigt, sich auf Gottes Abenteuer einzulassen und seinem Plan zuzustimmen – anders gesagt, ihre Berufung anzunehmen. Gemeinsam lernen sie ihre Berufung besser verstehen.

So lädt die Adventszeit auch uns ein, uns selbst die Frage zu stellen: Vertraue ich darauf, dass auch Gott mich in dieser Zeit beruft? Jeder ist von Gott berufen. Es stellt sich nur die Frage: Wie sieht meine Berufung aus? Um eine Antwort zu finden, lohnt es sich, Gott noch mehr Platz in meinem Leben zu geben. Advent heißt, dass auch ich Gott eine Wohnung in meinem Leben bereite und darauf vertraue, dass Gott auch an meine Talente und Fähigkeiten mit angewiesen ist.

Maria und Elisabeth nehmen ihre Berufung an. Besonders durch Maria, die zukünftige Mutter von Jesus, wird sich die Weltgeschichte verändern. Maria kann aber das alles nicht für sich behalten. Also macht Maria sich auf den Weg ins Bergland zu Elisabeth. Maria will sich mitteilen. Es kommt Bewegung in ihr Leben. Und so will Gott, dass auch unser Leben und unser Glaube in Bewegung kommen. Darum sind auch wir Christen eingeladen, aus unserem Versteck herauszukommen und uns in die Welt hineinzubewegen. Und uns auch als Christen zu begegnen, so wie Maria und Elisabeth sich begegnet sind.

Das was jeder einzelner Christ von Gott empfängt und wie wir Gott wahrnehmen, dürfen wir in der Welt mitteilen. Die Welt darf an uns Christen erkennen, dass Gott auch heute noch unter den Menschen wirkt. Der Advent ist darum nicht nur eine Zeit der Vorbereitung auf das Kommen von Christus, sondern wie wir in Zukunft mit Gott an unserer Seite hinaus in die Welt gehen. Je näher nun das Geburtsfest Christi kommt, desto mehr dürfen wir vor Freude aus dem Häuschen sein. Das Geburtsfest Jesu soll Freude in unserer Kirche und in der Welt entstehen lassen. Denn genau diese Freude bezeugt wiederum unseren Glauben und unser Vertrauen, dass Gott durchaus Großes an uns und in dieser Welt bewirken kann. Wir haben eine konkrete Botschaft zum Wohle aller in dieser Welt. Und es gibt Menschen in der Welt, die nur darauf warten, Christen zu begegnen.

Ich wünsche uns, dass wir wie Maria und Elisabeth, den gleichen Mut aufbringen können, Gott in unserem Leben einen festen Platz zu geben. Dass wir das Schöne, das wir in unserem christlichen Glauben und in der Kirche für uns selbst entdecken, nicht nur für uns behalten, sondern in der Welt bezeugen. Advent bedeutet nicht nur warten und abwarten, sondern uns und unseren Glauben in Bewegung zu setzen.

 
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