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Jahr A (2016-2017)  
13. April 2017

Am Abend vor seinem Leiden

13.04.2017

Joh 13,1-15

Was macht diesen Tag zu einem ganz besonderen Tag, diesen Abend zu einem ganz besonderen Abend? „Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen“. Alles an diesem Abend ist von daher zu verstehen: die Fußwaschung und das Hohepriesterliche Gebet – das Letzte Abendmahl, eingebettet in das jüdische Paschamahl – der Gang zum Ölberg und die Gefangennahme.

„Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen“, sagt Jesus. Er brauchte dieses Mahl nicht eigens zu arrangieren, es fand an diesem Abend überall in Jerusalem statt, zum Gedenken an den Auszug aus Ägypten. Jesus gibt diesem Mahl, das er mit seinen Jüngern hält, einen neuen Inhalt. Dieses Mahl wird künftig nicht nur einmal im Jahr gehalten werden, am Paschafest, sondern viele Male im Jahr, zu seinem Gedächtnis. Immer wieder wird dieser Abend vor seinem Leiden präsent werden, immer wieder werden seine Worte wiederholt werden: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird … Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird“. So auch an diesem Gründonnerstag.

Am Tag danach, am Karfreitag, wird es dann wirklich geschehen. Da wird der Leib Jesu am Kreuz dahingegeben und sein Blut vergossen. Dieser Tod könnte, oberflächlich betrachtet, als Justizirrtum angesehen werden oder als Sieg der Gegner Jesu. Dieser Fehldeutung beugt Jesus am Abend vor seinem Leiden vor. Nein, er ist nicht einem Justizirrtum zum Opfer gefallen und auch nicht der Übermacht seiner Feinde, sondern er ist seinem Tod mit offenem Auge und bereitem Herzen entgegengegangen.

Wir stehen bewundernd und auch etwas betroffen vor dieser Haltung Jesu. Das trauen wir uns nicht zu. Wir müssen es auch nicht. Es hat Heilige gegeben, die sind leuchtenden Auges, mit Lobgesängen auf den Lippen, dem Märtyrertod entgegengegangen. Das brauchen wir nicht zu können. Das hat auch Jesus nicht gekonnt. Er ist dem Leiden nicht mit Todesverachtung entgegengegangen, sondern mit Todesangst.

Wie gut, dass die Evangelien auch dies überliefert haben. Am Ölberg, im Garten Getsemani, betete Jesus voller Angst, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte: „Vater, nimm diesen Kelch von mir!“ Das christliche Volk hat die Todesangst Jesu stets in lebendiger Erinnerung behalten. Viele haben sich, wenn sie selbst Angst hatten, in Jesus am Ölberg wiedererkannt. Viele haben wie er gebetet: „Vater, lass diesen Kelch an mir vorübergehen“. Und sie wurden wie er von Gott gestärkt, so dass sie Jesu Gebet zu Ende sprechen konnten: „Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst“. Jesus hat seinen Leib, sein Leben, aus freiem Willen für uns dahingegeben. Ihm ist es nicht leicht gefallen, doch uns ist es zum Heil geworden. Durch seine Wunden sind wir geheilt. Und er hat uns gesagt: „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer das Leben um meinetwillen verliert, wer es wie ich hingibt, wird es gewinnen, wird das Heil finden.“ Das wird auch für uns nicht leicht werden. Doch einen anderen Weg zum Heil gibt es auch für uns nicht.

Quelle: Luxemburger Wort

Claude BACHE
 
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