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Jahr B (2020-2021)  
14. Mai 2021

Neuanfang angesagt!

Kommentar zum 7. Ostersonntag von Christine Bußhardt (16.5.2021)

Wir alle warten darauf. Wann geht es endlich los?
Wann werden die Versprechungen in die Tat umgesetzt?
Wann dürfen endlich alle wieder alles? Wann brauchen wir uns nicht mehr zu verstecken, sondern dürfen endlich auch offiziell das tun, wozu wir in diese Welt gestellt sind?

Türen und Fenster sollten jedenfalls geöffnet bleiben.

Ein neues Amt verheißt einen Perspektivwechsel.

Eine offizielle Erklärung von ganz oben ist der erste Schritt.

Die Kritiker sind noch nicht zu hören. Details fehlen noch. Sie sollen vor Ort ausgearbeitet werden. Die Betroffenen werden in die Pflicht genommen. Sie sind dafür verantwortlich entsprechende Ausbildungswege, wo noch nicht vorhanden, zu schaffen. Eine Bezahlung für das neue Amt wird in Aussicht gestellt.
Endlich wird anerkannt, was sich schon so lange und millionenfach bewährt hat.

Worum geht es?

Die neue Impfkampagne oder andere Corona-Maßnahmen etwa?
Nein – aber es geht durchaus um Weltbewegendes. Es geht um den Neuanfang in der katholischen Kirche ausgelöst durch eine, meiner Meinung nach, bahnbrechende Erklärung von Papst Franziskus zu Beginn dieser Woche.

Mit seinem sogenannten „Motu Proprio“ errichtet Papst Franziskus den laikalen Dienst des Katecheten zugänglich für Männer und Frauen. Und dabei beruft er sich auf die Tradition.
Im ersten Satz der Erklärung heißt es: „Der Dienst des Katecheten in der Kirche ist sehr alt.“ Es ist der Dienst des Lehrens. „Von ihren Anfängen an kannte die christliche Gemeinschaft eine allgemeine Form von Diensten, die sich konkretisiert hat im Dienst von Männern und Frauen, die dem Wirken des Heiligen Geistes gehorsam, ihr Leben dem Aufbau der Kirche gewidmet haben“, so Franziskus weiter im zweiten Abschnitt.
Im dritten Abschnitt der genannten Erklärung heißt es: „Man darf die unzählbare Menge von Laien nicht vergessen, die durch die katechetische Unterweisung unmittelbar an der Verbreitung des Evangeliums mitgewirkt haben.

Im Weiteren werden alle gewürdigt, die zu diesem Ziel beigetragen haben: die Ordensgemeinschaften, die sich der religiösen Unterweisung im Besonderen gewidmet haben und auch die Eltern und Familien, die durch die Erziehung ihrer Kinder die ersten und sicherlich prägendsten Zeugen für ihre Kinder sein können. Ohne ihrem Auftrag Abbruch zu tun, „ist es notwendig, die Präsenz von Laien anzuerkennen, die sich kraft ihrer Taufe berufen fühlen, am Dienst der Katechese mitzuarbeiten.

Lieber jetzt und lieber spät als nie!

Wenn nun manch eine/r den Kopf schüttelt und denkt: „Was, jetzt erst?“ – dann fällt Zustimmung leicht. Und dennoch gilt für mich: lieber jetzt und eben lieber spät als nie! Ich bin jedenfalls begeistert: Kurz vor Pfingsten, genau in der Zeit, in der sich die Kirche traditionell und heute mehr denn je, an ihre Anfänge erinnert, legt der Papst den Finger in eine offene Wunde.

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit laufen heiße Diskussionen um die bestehende Ämterstruktur der katholischen Kirche. Maria 2.0 ist vielleicht die derzeit bekannteste Initiative, in der sich Frauen und Männer guten Willens, Amtsinhaber, haupt- und ehrenamtliche Laien in einem lockeren Netzwerk zusammengetan haben, um Reformbestrebungen innerhalb der katholischen Kirche breit und frei zur Diskussion zu stellen.

Der Papst hat mit seinem „Motu Proprio“ den Reformwilligen jedenfalls nicht den Wind aus den Segeln genommen. Im Gegenteil: er spricht von der Notwendigkeit, kreative Methoden und Mittel zu finden, um die persönliche Begeisterung jedes Getauften „zur Erfüllung der eigenen Sendung in der Gemeinde“ zu wecken. Darüber hinaus erinnert Franziskus daran, „dass die Laien über dieses Apostolat hinaus in verschiedener Weise zu unmittelbarer Mitarbeit mit dem Apostolat der Hierarchie berufen werden, nach Art jener Männer und Frauen, die den Apostel Paulus in der Verkündigung des Evangeliums unterstützten und sich sehr im Herrn mühten.

Kurz nach dem Festtag „Christi Himmelfahrt“, also dem Tag, an dem Jesus Christus vor rund 2000 Jahren seine gute Botschaft endgültig dem Wirken des heiligen Geistes in den Menschen guten Willens überlassen hat, kündigt sich eine spannende Zeit an, in der die Bischöfe zusammen mit ihren Räten aufgefordert sind, „die Gläubigen so als Hirten zu führen und ihre Dienstleistungen und Charismen so zu prüfen, dass alle in ihrer Weise zum gemeinsamen Werk einmütig zusammenarbeiten.

Was sich aus dieser Perspektive heraus zeitnah noch alles verändern könnte, wage ich jedenfalls ganz neu zu hoffen.

Christine Bußhardt
Pastoralreferentin im Dekanat Süden-Ost
Koordinatorin in der Pfarrkatechese

 
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