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Jahr B (2020-2021)  
28. November 2020

Seid achtsam!

Kommentar zum 1. Advent von Fränk Strock (29.11.2020)

In diesen Tagen stellte ich mir die Frage, wo ich denn wohl dieses Jahr meinen Adventskranz herbekomme, denn Weihnachtsmärkte sind abgesagt. Glücklicherweise haben sich die kleinen Vereinigungen, die sich alle Jahre darum kümmern, auch dieses Jahr fleißig an die Arbeit gemacht und welche hergestellt. Dieses Problem ist also gelöst. Doch geht es so weiter: kein geselliges Zusammensein um einen Glühwein bei einem Einkaufsbummel. Und sogar an Heilig Abend dürfen nur noch 4 Gäste zu Besuch kommen. Die traditionelle Feier bei uns mit allen Geschwistern, Kinder und Enkel ist dieses Jahr laut Covidgesetz nicht möglich. Mitternachtsmessen sind auch nicht möglich, da wir alle brav um 23 Uhr in unseren eignen 4 Wänden sein müssen…

Die grauen Herbst- und Wintertage werden wohl dieses Jahr (wie eigentlich das ganze Jahr 2020) noch grauer. Aus der Advents- und Weihnachtsstimmung ist eine Endzeitstimmung geworden. Eigentlich genau wie das Evangelium des 1. Adventssonntag: es wird uns hier weniger die Geburt Jesu angekündigt als mehr sein Kommen in Herrlichkeit. Die Anzeichen, die das Evangelium nennt sind sicher noch verheerender als die Covid-Krise, doch kann man sich fragen, ob dies der Anfang ist.

Seid also wachsam! Dies wiederholt Jesus zweimal. Gut, aber wie sollen wir wachsam sein? Jesus sagt auch: „Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.“ Komisch, denn inzwischen sind viele menschliche Generationen gekommen und gegangen. Ich weiß ja nicht wie es andern dabei geht, aber mein Leben lang wachsam sein... Ich denke das übersteigt meine Fähigkeiten. Als Mensch werde ich müde, und wenn ich schlafe bin ich sicher nicht wachsam! Wenn ich lange auf etwas warten muss, dann gerät es schnell in Vergessenheit, bis ich überrascht sehe, dass es eintrifft. Klar ist, dass, wenn Er jetzt kommt, mein Rechenschaftsbericht nicht fertig ist. Man kann mir als leicht Unwachsamkeit vorwerfen. (Mein Verbesserungsprogramm macht mich darauf aufmerksam, dass es dieses Wort nicht gibt, und bietet mir Unachtsamkeit an…)

Und hier finden wir vielleicht eine Antwort auf das soeben gestellte Problem: wachsam sein hat etwas mit achtsam sein zu tun. Auf mich und andere achten! Vielleicht können wir ja diesen Advent achtsamer werden in dem wir Beziehungen pflegen, liebevoll und oft genug wohlwollend auf andere zugehen, alte Kontakte aufleben lassen, trotz Besuchsverbot unser Nahestehenden in Altersheimen, Krankenhäusern u.a. öfters anrufen…

Überm Tippen dieser Gedanken fällt mir auf, dass diese Worte immer aktuell und doch etwas abgedroschen sind, und oft zwar gehört, aber nicht umgesetzt werden. Wo ist der Haken, auch bei mir? Ist es vielleicht einfach nur, dass ich nicht immer achtsam mit mir selber umgehe? Nehme ich mir Zeit zum Abschalten, meinen Körper zu pflegen und zu bewegen, meiner Seele geben, was sie braucht? Und besonders: verbinde ich mich regelmäßig mit diesem Gott, der in 4 Wochen erneut in mir geboren werden möchte? O komm, o komm Immanuel!

Fränk STROCK
frank.strock cathol.lu
 
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