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Wegweiser Jahr C (2015-2016)  
11. Dezember 2015

Es gibt Grund zur Freude!

Wegweiser für den 3. Advent

Foto: Elisabeth Werner

Die alttestamentlichen Texte am 3. Advent singen und malen uns davon anschauliche Bilder: es gibt für das israelitische Volk - mitten im Exil - Grund zum Jubeln, Jauchzen und Frohlocken! Der Apostel Paulus schreibt es seinen Freunden - im Gefängnis - und wiederholt es immer wieder: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Der Zeitzeuge und Märtyrer Dietrich Bonhoeffer schreibt es - in den Klauen der Naziherrschaft - „Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Ist also alles Bestens - während die Welt aus den Fugen gerät, die Spirale der mörderischen Gewalt dreht und unser Planet unter der Belastung des Konsums zusammenbricht? Ist es nicht vielmehr zynisch, Menschen in tiefer Not zu sagen: alles wird gut? Nein, Gott hebt das Unheil nicht auf. Mensch geworden in Jesus Christus ist er selber ohnmächtig und schutzlos vor Exil, Gewalt, Willkür, Folter und Tod.

Allein schon wegen dem „Sitz im Leben“, in dem diese jahrtausendalten Texte enstanden sind, wird uns klar: die Freude, von der die Propheten singen ist etwas anderes als Friede, Freude, Eierkuchen. Sie hat nichts mit spirituellem Wellness zu tun, nichts mit Verblendung, Vertröstung, Verdrängung und Lametta: nein, sie entsteht aus der Bewegung eines Menschen, eines Volkes, zu seinem Gott hin, gerade dann wenn er/es sein ganzes Suchen und seine Sehnsucht aus der Gefangenschaft nach Ihm ausstreckt.

Gott freut sich über sein Volk wie ein Geliebter und inmitten der Leiden und Entbehrungen geht er aufs Ganze und verspricht: „Ich mache deinem Unglück ein Ende!“
Die Freude des Menschen entzündet sich an diesem Blick, mit dem Gott ihn anschaut - einem Blick der Freude, denn Gott „freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir!“ (Zef 3,17) Gottes Blick auf uns verwandelt unseren Blick. Und unser Blick kann Leben verändern.

Dort, wo diese Blicke sich treffen, an der Schnittstelle zwischen dem unvermeidbaren Leid und Versagen und der grossen Hoffnung auf Erlösung steht die Möglichkeit der Veränderung, der Entscheidung für den Mitmenschen und ein Leben in Freiheit vor Gott. „Lass die Hände nicht sinken“ rät der Prophet (Zef 3,16). Das heisst soviel wie: hab Mut, bleib lebendig. Von diesem Angelpunkt her beantwortet sich die Frage, die die Menschen Johannes dem Täufer stellen (Lk 3,10) - die wir uns immer wieder stellen: „Was sollen wir tun?“, nämlich die des ethischen Handelns. Seine dreifache Antwort ist klar: teile deinen Besitz, nutze deine Position oder dein Mandat nicht zu deinem Vorteil, verzichte auf Gewalt und Erpressung. Die von dem Rufer in der Wüste gepredigte Umkehr im Herzen der Menschen setzt gutes Handeln voraus: dann erst ebnet sich der Weg Gottes in die Welt.

(Quelle: wort.lu)

Mehr zum Thema: Alle „Wegweiser“-Texte finden Sie hier…

Elisabeth WERNER
 
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