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Kevelaer  
5. Juni 2017

Kevelaer und Luxemburg sind „marianisch verwandt“

Meditation von Dompropst Georges Hellinghausen während der Gebetsstunde der Luxemburger Pilgergruppe in Kevelaer (2. Juni 2017)

Ave spes nostra! Bereits dieser Introitus verbindet Kevelaer mit Luxemburg – er wird bei der Wallfahrtsmesse zur Trösterin der Betrübten in Luxemburg wie in Kevelaer angestimmt. Aber er wird hier wie dort anders gesungen, auf eine jeweils verschiedene Melodie. Das ist das Schöne an der Kirche: ihre Einheit und Vielgestaltigkeit in einem.

Ave spes nostra! Der Gruß gilt Maria, der Mutter Jesu, der Trösterin der Betrübten. Unzähligen Leidtragenden hat sie Trost gespendet in unterschiedlichsten Situationen. In Luxemburg seit dem Aufstellen des Gnadenbildes 1624, in Kevelaer seit dem Anbringen des kleinen Andachtsbildes der Luxemburger Madonna im Jahr 1642. 1624-1642.

Es ist dieselbe Zeit. Und es handelt sich um dasselbe Marienbild, hier als kleines Andachtsbild, dort als Holzstatue. Daher sind Kevelaer und Luxemburg – so hat es der frühere Dompfarrer Nicolas Wirtz einmal formuliert – „marianisch verwandt“. Das ist eine sehr schöne spirituelle Gemeinsamkeit, „marianisch“, d. h. über die Person von Maria, miteinander verwandt zu sein.

Greifbar wird diese „marianische Verwandtschaft“ in gegenseitigen Besuchen und Pilgerfahrten, so wie hier und jetzt. Seit 1891 kommen regelmäßig Kevelaerer nach Luxemburg zum Gnadenbild gewallfahrtet, seit 1892, also seit genau 125 Jahren (ein weiteres Jubiläum), kommen Luxemburger zum Gnadenbild nach Kevelaer – bis heute. Ein Fenster im Schiff der Kerzenkapelle erinnert an Pierre Nommesch, den dritten Bischof von Luxemburg, der ebenfalls mit seinen Landsleuten hierher kam. Seine Devise war marianisch: „Tuus sum ego. Ich bin dein.“ Fast so wie der Wappenspruch vom hl. Papst Johannes Paul II. „Totus tuus. Ganz dein.“ Er kniete 1985 vor dem Marienbild in der Luxemburger Kathedrale, zwei Jahre später, 1987, vor dem Gnadenbild in Kevelaer.

Greifbar wird unsere „marianische Verwandtschaft“ in historischen Geschenken der Kevelaerer an Luxemburg, der Luxemburger an Kevelaer. Oft wurde es, in lateinischer Sprache, poetisch ausgedrückt: „Filia matri“, die Tochter an die Mutter – „Mater filiae“ die Mutter an die Tochter; gemeint ist das jeweilige Gnadenbild, das Urbild oder das Abbild.

Aber die „marianische Verwandtschaft“ geht über das Binom Luxemburg-Kevelaer hinaus. Wir alle wissen uns, als Christen, zusammen mit Maria unter dem Kreuz. Zunächst dem Kreuz Jesu, wie im Johannesevangelium (Joh 19,25-27) berichtet. Dort wird Maria uns, in der Person des Jüngers, den Jesus liebte, zur Mutter gegeben. „Siehe deine Mutter!“ So nimmt sie aktiv am Erlösungsgeschehen teil. Gemeinschaft mit und um Maria wird so begründet. „Von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ Nehmen wir Maria zu uns, in unser Haus, unser Zuhause, unsere Existenz, unser Leben!

Aber nicht nur unter dem Kreuze Jesu, auch bei allen anderen Kreuzen, zu allen Zeiten, steht die Mutter Jesu. Auch bei unserem persönlichen Kreuz steht sie und betet. Dort wird sie uns erneut geschenkt vom auferstandenen Herrn als unsere Mutter. „Siehe deine Mutter!“ Dort tritt sie für uns ein bei ihrem Sohn. Auch so geschieht Erlösung. Durch das Kreuz Jesu und durch unsere menschlichen Kreuze sind wir mit ihr, mit ihrem Sohn und miteinander bleibend verbunden. Welch ein Trost, welch eine Hoffnung geht von ihr aus! Ave spes nostra, wir grüßen dich, du unsere Hoffnung! So kann der Gnadenstrom pulsieren, innerhalb dieses von Trost und Hoffnung geprägten Netzes an Beziehungen.

Mögen unsere Gebete, zusammen mit den Liedern und Gesängen des Kathedralchores von Luxemburg, die geistliche Verwandtschaft beider Pilgerorte, ja die „marianische Verwandtschaft“ von uns Christen unterstreichen und festigen. Möge die Brücke Luxemburg-Kevelaer, unter dem huldvollen Blick der Consolatrix afflictorum, gedeihen und fruchtbar sein, zum Lob Gottes und zu unser aller Trost. Amen.

Zur Bildergalerie der diözesanen Pilgerfahrt nach Kevelaer

Georges HELLINGHAUSEN
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