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Dem müssen Taten folgen

Kommentar zum 5. Ostersonntag Jahres A - Milly Hellers, Pastoralreferentin i. R. (03.05.2026)

Die Lesung aus dem Buch der Apostelgeschichte (6,1-7) von diesem 5. Sonntag der Osterzeit erzählt von der Berufung der ersten Diakone. Es handelt sich um einen beeindruckenden historischen Text, zu dem es betreffend Diakonat – heute viel zu sagen gäbe. Aber ich möchte mich in diesem Kommentar auf die Kernbotschaft dieses biblischen Textes konzentrieren.

Die Jünger der ersten christlichen Gemeinschaften nach der Auferstehung Jesu erkannten in ihren Gemeinschaften ein ernstes Problem: Innerhalb der Gemeinschaft gab es griechische Witwen – Frauen, deren Ehemänner gestorben waren und die in Armut, verlassen und benachteiligt leben mussten. (Als Tochter einer Mutter, die mit 35 Jahren Witwe war, berührt mich dieser Text umso mehr.)

Großen Respekt habe ich vor dem Engagement dieser gläubigen Menschen, die sich damals für alleinstehende Frauen, die kaum Rechte hatten, einsetzten. Die Gläubigen der jungen Gemeinschaft hatten verstanden, dass beten und fromm reden, nicht ausreicht– damals nicht – und auch heute nicht. Dem müssen Taten folgen.

Stellen wir uns die Situation vor. Diese gläubigen Menschen wandten sich an die Leiter der frühen christlichen Gemeinden um sie auf die Not der alleinstehenden Frauen – und ihrer Familien – aufmerksam zu machen.

Und die zwölf Apostel hörten ihnen zu! Und sie nahmen ihre Bitten ernst! Solche Veränderungen können nur durch die Zusammenarbeit beider Seiten entstehen. Die Apostel hätten sie abweisen können – mit den Worten: „Wir haben andere Pläne und Projekte, dafür haben wir keine Zeit und kein Geld. Das interessiert uns nicht.“ Aber dem war nicht so. Sie erkannten den Ernst der Lage dieser betroffenen Witwen. Daraufhin beriefen sie alle JüngerInnen ein, um gemeinsam mit ihnen zu überlegen, welche Schritte hier zu unternehmen seien. Es war dies eine Art synodaler Prozess.  

Ihrer Aufmerksamkeit und ihrem Mut ist es zu verdanken, dass damit in den jungen christlichen Gemeinschaften eine neue Etappe beginnen konnte: Bis dahin hatten die Verkündigung des Wortes und die Feier des Leibes und des Blutes Christ absolute Priorität. Daraufhin erkannten die Verantwortlichen, dass ein neues Amt geschaffen werden musste, das diakonale Amt – im Dienst an und mit den Armen und Bedürftigen.

Diese Verse aus dem Buch der Apostelgeschichte – und es gibt noch viele andere Texte – laden uns – Männer, Frauen – Geweihte, Ordensleute und Laien – dazu ein, zu überlegen, ob und wie wir uns vom Leid anderer Menschen berühren lassen – oder ob wir eher die Bedürftigen und deren Not in unserem Umfeld ignorieren, und einfach ihrem Leid aus dem Weg gehen?

Ich bin mir der Komplexität der Situationen bewusst bin und weiß, dass es sehr viele Gruppen, Vereinigungen christlicher und anderer Zugehörigkeit gibt, die in der sozialen Hilfe all dieser bedürftigen Menschen (Obdachlose, Drogenabhängige, Flüchtlinge, Bettler, Arbeitslose usw), sehr engagiert sind. Trotzdem glaube ich, dass wir alle, als Einzelne, als kirchliche Gemeinschaft, aber auch als politische Verantwortliche die Not dieser Menschen nicht übersehen dürfen.

Wie reagieren wir? Lassen wir uns stören? Sind wir bereit unsere Komfortzonen zu verlassen, wie es die ersten christlichen Gemeinschaften taten? Denken wir an die verschiedenen Menschentypen (Priester, Levit, Samariter), die Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter nennt (Lukas 10,25-37)

Mir welchen von diesen Menschen identifizieren wir uns? Erkenne wir uns im Verhalten des Priesters oder des Leviten in demselben Gleichnis wieder. Sie waren beschäftigt und gingen dem Hilfesuchenden aus dem Weg.  Oder erkennen wir uns eher im Charakter des barmherzigen Samariters? All diese und noch viel mehr biblische Texte laden uns dazu ein, unsere spontanen oder eingefahrenem Verhaltungsweisen zu überdenken und wenn es dann nötig und möglich ist – auf  SEIN Wort hin, etwas zu ändern.

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