Wegweiser Fest Chris-König
Letzter Sonntag im Jahreskreis. Christkönigssonntag - Marie-Christine Ries (23.11.2025)
Auf den ersten Blick klingt Fest Christ-König wie aus der Zeit gefallen. Dabei sind es erst 100 Jahre her, dass Papst Pius XI dieses Fest eingeführt hat mit der Absicht die Kompetenz der Kirche in der Gesellschaft zu wahren.
Das Bild Christus als König hat eine lange Tradition in der Kirche. Für die ersten Christen war es grundlegend, Gott zu gehorchen und nicht den Menschen. Das hatte als Konsequenz, dass in den ersten 3 Jahrhunderten die Christen verfolgt wurden, da sie sich gegen die absolute Macht der Kaiser stellten.
Und wir heute? Was sagt das Fest uns?
Der Evangelist Lukas beschreibt die Szene nach der Kreuzigung, indem er auf die Aussagen der Menschen unter dem Kreuz, eingeht.
Da lesen wir von Spott, Provokation, Verhöhnung und Lästerung. Die Verantwortlichen des Volkes verspotten ihn, da er sich selbst nicht rettet: soll er sich doch selbst retten, wenn er der Messias.
Ähnlich reden auch die Soldaten: Wenn du der König bis dann bitte beweise es.
Auch einer der Verbrecher, der mit Jesus gekreuzigt worden ist, fordert ihn heraus: Rette Dich und rette uns.
Doch einer reagiert anders; er hat verstanden, dass Jesus ein König einer ganz anderen Art ist. Dass sein Reich nicht politische Macht bedeutet. Er erwartet kein spektakuläres Handeln das pure Stärke zeigt.
Dieser Mensch hat verstanden, dass Jesus seinen Weg konsequent zu Ende geht, und seiner Liebe zu den Menschen und zu Gott treu bleibt.
Jesus ist König, aber nicht im Sinne der Tafel, die über seinem Kopf angebracht ist. Er ist kein König im politischen Sinn, der mit Gewalt oder Geld seinen Willen aufzwingt. Das Reich Gottes ist der Ort, wo Gottes Liebe zu allen Menschen sichtbar wird. Der Raum in dem wir tief mit Gott verbunden können. Mit all unseren Schwächen und Verletzungen. Jesus nimmt uns an so wie wir sind.
Das hat der 2. Verbrecher erkannt: Jesus denk an mich, vergiss mich nicht, denn ohne Dich ist mein Leben und Sterben sinnlos.
Im Evangelium erfahren wir, dass Jesus, ein König einer ganz anderen Art ist. Einer, der sich selbst nicht rettet- Jesus steigt, nicht vom Kreuz herab- sondern einer der uns alle rettet. Auch wenn ihn das Leben kostet. Dadurch nimmt er uns mit in sein Reich wo wir tiefe und immerwährende Gemeinschaft mit ihm geschenkt bekommen.
Jesus hat sein Leben in tiefer Verbundenheit mit Gott gelebt, er hat sich in Dienst aller gestellt, damit Menschen Leben in Fülle haben, und frei sein können von allem Machtgehabe.
So gesehen, ist das Fest Christ-König ein Schutz gegen jegliches Machtgehabe, auch in der Kirche.
Am vergangenen Sonntag wurde in Rom das Jubiläum der Armen gefeiert. Eine Gruppe von 36 Pilgerinnen und Pilger aus Luxemburg hat sich daran beteiligt. Bei vielen Veranstaltungen konnten wir erfahren, dass die Armen, das Herz der Kirche sind, so wie Papst Franziskus es immer wieder betont hat. Der Glaube, die Hoffnung und die gelebte Solidarität der Pilgergruppe, haben mich reich beschenkt. Sie verstehen und leben das Evangelium tiefer als ich.