Im Zentrum des Vermächtnisses von Papst Franziskus: die Synode
Synodalität als wesentliche Dimension des Alltagslebens der Ortskirchen verstanden und gelebt.
„Die Synode ist kein Ereignis, sondern ein Prozess“, erinnerte uns kürzlich unser Erzbischof Jean-Claude Hollerich. Die Diözese Luxemburg hat zwischen 2021 und 2024 einen wichtigen Beitrag zu den Arbeiten der Synode mit dem Titel ‚Für eine synodale Kirche. Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung‘ geleistet, die Papst Franziskus sehr am Herzen lag. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde das Schlussdokument vom Heiligen Vater umgehend gebilligt. Im März dieses Jahres wurde die Umsetzungsphase von Franziskus (der sich zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus befand) genehmigt, damit die Synodalität seinem Wunsch entsprechend immer mehr als wesentliche Dimension des Alltagslebens der Ortskirchen und der gesamten Kirche verstanden und gelebt wird. Am 24. April, nachdem Papst Franziskus am Montag, dem 21. April, verstorben ist, weiß niemand, was der zukünftige Nachfolger Petri entscheiden wird. Aber was bereits erreicht wurde, verdient es, in Erinnerung gerufen zu werden.
Ein wesentliches Element, das durch die Synode eingeführt wurde, ist der „geistliche Austausch". Im März 2024 fand im diözesanen Bildungszentrum CFD eine Fortbildungsreihe unter dem Titel Conversation dans l`Esprit statt, das in die neue Gesprächskultur der Synode einführte. Einige Instanzen der Diözesanverwaltung setzen es bereits um. „Diese Synode ist keine Synode der Forderungen“, erklärte vor einigen Tagen Erzbischof Hollerich, der sich derzeit in Rom aufhält und am Konklave teilnehmen wird. „Sie ist eine Art und Weise, Kirche zu sein. Der Priester muss der Gemeinde zuhören. Ohne Zuhören gibt es keine Synodalität.“ Das gleiche Prinzip gilt unabhängig von der Stufe der Kirchenleitung, ob Gemeinde, Diözese oder römische Kurie. “Wenn ich eine synodale Entscheidung treffe, kann ich als Bischof einen Vorschlag ablehnen, aber nur, nachdem ich mit Empathie zugehört und erklärt habe. Der große Fehler des deutschen Synodalen Weges besteht darin, dass man die Macht teilen will. Es geht nicht darum, die Macht zu teilen, sondern darum, dass die Macht zu einem Dienst wird, zum Dienst der Autorität.“
Monsignore Franco Coppola, der für Belgien und Luxemburg zuständie Nuntius, versteht Synodalität folgendermaßen: Er erzählt, dass der Pfarrer seiner Gemeinde, als er nach Brüssel kam, jede Woche mehrere verschiedene Haushalte seiner Pfarrei besuchte. Nach zwei Jahren hatte er alle Familien zu Hause getroffen und ihnen zugehört. Das ist Synodalität.
Danke, Papst Franziskus.
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