Viele Studenten, Freunde, Kollegen und Förderer waren der Einladung zum 20jährigen Bestehen des LISEL gefolgt, um in geschwisterlicher Atmosphäre gemeinsam zu feieren. Bereits am Eingang der Zentrale der Pfadfinder in Weimerskirch wartete LISEL-Präsident Werner Michels mit einer selbstgebackenen Waffel auf, um die Gäste willkommen zu heissen. Nach dem Grusswort von Edith Weber-Sinner, aktuelle hauptamtliche Leiterin des LISEL, eröffnete Jesuitenpater Jacques Weisshaupt S.J. das Fest mit einem Gebet von Papst Leo XIV. Der Gründerin Agnes Rausch kam auf die Genesis des LISEL zurück und Generalvikar Patrick Muller überbrachte den Verantwortlichen herzliche Glückwünsche zum 20. Geburtstag und würdigte dabei den Einsatz von Edith Weber und Werner Michels.
Vor zwanzig Jahren erwuchs die Gründung des LISEL u.a. aus dem langjährigen Engagement für soziale Gerechtigkeit durch Agnes Rausch, Mitglied der „Communauté de Vie Chrétienne“ (CVX). Nach ihrem Studium der Sozialwissenschaften hatte die Sozialarbeiterin im Kongo über Jahre am Aufbau einer Basisgesundheitsversorgung mitgewirkt. Später leitete sie die Flüchtlingsabteilung der Caritas-Luxemburg. Dies trug dazu bei, dass sie die Wichtigkeit der Begegnung im interkulturellen Austausch erkannt hatte, sowie die Notwendigkeit diese Erfahrung an junge Menschen weiterzugeben. Infolge der Gründung der Universität-Luxemburg im Jahr 2003, sollte eine Studentenaumônerie gegründet werden. Mit dieser Idee wendete sie sich an den damaligen Generalvikar Mathias Schiltz, der sich dafür zu begeistern wusste. Somit stand der Gründung einer kirchlichen Anlaufstelle für Universitätsstudenten in Luxemburg nichts mehr im Weg. In einem ersten Schritt machte sich Agnes Rausch mit anderen auf die Suche nach konkreten Modellen. Dabei wurde sie in St. Denis bei Paris fündig, wo es zu dieser Zeit im Umfeld der Universität Paris 8 bereits eine kirchlich sozialorientierte Studentenaumônerie gab.
Nach viel Austausch und Überlegungen kam es bereits drei Jahre nach der Gründung der Universität Luxemburg zu der Initiative LISEL, ein Treff- und Begegnungsort für Studierende an der Universität Luxemburg. Von Anfang an war dies ein offener Ort für junge Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und religiösen Erfahrungen. Studierende aus Afrika, Asien und Europa fanden im LISEL stets ein offenes Ohr: Unterstützung und Freundschaften wuchsen. Auch wenn die erhoffte politische und strukturelle Unterstützung von Seiten der Universität und des Staates leider ausblieben, so ergaben sich im Gespräch mit den Verantwortlichen der ALUC (Association luxembourgeoise des universtitaires catholiques) neue Möglichkeiten in den Räumen des heutigen Centre Convict A. Zudem appelierte die damalige Leitung des LISEL an den „Service volontaire“ des „Service national de la jeunesse“ (SNJ), wo sich bis heute, Jahr um Jahr, immer wieder neue Freiwillige in der Aufbauarbeit und der Animation des LISEL für eine bestimmte Zeit einbringen.
Heute gehört der LISEL als feste Anlaufstelle für internationale Studentinnen und Studenten, zu einem wertvollen Ort der interkulturellen Begegnung, wo junge Menschen auf kompetente Gesprächspartner in Sachen Wohnungssuche, Studienfragen, Joborientierung u.a.m. treffen. LISEL bietet wöchentliche Begegnungen an, organisiert Ausflüge und fördert das gegenseitige Kennenlernen von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen die für eine bestimmte Zeit in Luxemburg studieren.
Besonders wichtig ist, dass die Studierenden ein Heimatgefühl bekommen und sprachliche, sowie kulturelle Barrieren überwinden. Aus einem kleinen Projekt wurde so über 20 Jahre ein internationales Netzwerk, das für viele Studierenden lebenswichtig war und nachhaltig wirkte.
LISEL feiert 20 Jahre
Vor zwanzig Jahren erwuchs die Gründung des LISEL u.a. aus dem langjährigen Engagement für soziale Gerechtigkeit durch Agnes Rausch.
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